2020 … eine Weichenstellung für unser Projekt?

Man kann es kaum noch hören, aber natürlich kann man vom Jahr 2020 nichts berichten, ohne das Corona in irgendeiner Weise dabei vorkommt. Für unsere Gemeinde war es wie für viele Gemeinden um uns herum sehr schwierig das Gemeindeleben aufrecht zu erhalten. Vieles muss nun digital stattfinden. Auf Abstand sollen wir gehen wo wir doch gerade zusammenwachsen wollen. Ein erster Lockdown, Kurzarbeit, Unsicherheit. Für manch einen von uns neu gewonnene Freiheit, Freizeit, Home Office, weniger Arbeiten, Ausflüge im 15 km Umkreis, Gutes ganz in der Nähe entdecken, wertvolle Familienzeit. Für einige aber auch, Einsamkeit, Erinnerungen an schlimme Zeiten, Existenzängste.. Und wo bleibt die Gemeinde? Was ist denn jetzt Gemeinde? Wir versuchen uns an Videobotschaften und Zoom Konferenzen und werden immer geübter darin. Aber es bleibt fremd. Wir schauen Fernsehgottesdienste an. Einige leiden unter den Regeln mehr als andere. Wir dürfen nicht mehr singen, müssen auch im Gottesdienst Masken tragen. Es gibt keine gemeinsamen Mahlzeiten nach dem Gottesdienst in neuer Form…Abstand wird zum 11. Gebot….

Wer jetzt große Räume hat ist gut dran. Eine Gemeinde, deren Predigten ich mir gern im Internet anschaue, mietet sogar größere Räume an, um dort die Abstände einhalten zu können und sich weiter treffen zu können. Ich denke nach wie es wäre, wenn wir jetzt schon unser Gemeindezentrum hätten.

Im Frühjahr erhält unser Kindergarten die dringende Anfrage seitens der Kommune, noch im Jahr 2020 mit einer eigenen Hortgruppe zu starten. Wow, jetzt wird es konkret! Gemeinsam mit der Schule und Kommune überlegen wir, wo wir starten könnten. Nach einigen eigenen Ideen kommt aus der Schule der Vorschlag, dass wir doch im oberen Bereich der neuen Turnhalle in Leubsdorf eine gute Möglichkeit hätten. Es gibt dort genügend Platz, Toiletten, eine eigene Küche und es ist in unmittelbarer Nähe der Schule. In einem gemeinsamen Kraftakt von Schule, Kommunalverwaltung, Landesjugendamt und Jugendamt sowie hohem persönlichen Einsatz von Team und Vorstand des Entdeckerlandes gelingt der Start pünktlich mit dem ersten Schultag. Das Außengelände rund um die Turnhalle ist natürlich nicht für einen Hortbetrieb ausgelegt. Nichts naturnahes, kein Schatten, da keine Bäume und Gras vorhanden. Aber es öffnen sich neue Türen und wir dürfen weites Land einnehmen. Das benachbarte Häntzschel-Beigut, ein geschichtsträchtiger 3 Seiten Hof in unmittelbarer Nähe wird gerade saniert. Die dazugehörigen Wiesenflächen und ein wunderschöner alter Garten mit Baumbestand liegt derzeit ungenutzt direkt vor den kleinen und größeren Füßen unserer Kinder. Die Eigentümer sind schnell gefunden und sehen uns als Gebetserhörung. Es sind Vater und Sohn, die nicht ortsansässig sind, aber ihre Wurzeln in Leubsdorf haben. Sie wollen gern dem Ort Leubsdorf etwas Gutes tun, Wohnraum schaffen, Erinnern an ihren Großvater, der zur bekennenden Kirche gehört hat, der während und auch nach dem Krieg den Bauern und Familien in Leubsdorf viel Gutes getan hat. Wir rennen mit unserer Anfrage, ob wir den Garten nutzen dürfen, offene Türen ein! Es entsteht ein sehr guter Kontakt zu Dr. Häntzschel senior und Dr. Häntzschel junior. Die noch unsanierte und leerstehende Scheune wird uns für einen Hortneubau angeboten. Wir sind fasziniert, welche Möglichkeiten sich uns bieten. Während der ersten Wochen des neuen Hortbetriebes kommt die zweite Corona Welle und damit verbunden Veränderungen. Die Schulkinder sollen nun in ihrem festen Klassenverband bleiben und in diesem Verband auch in die Horte gehen. Wir haben also plötzlich Kinder, die gar nicht bei uns angemeldet sind. Wie wird das werden? Einige Eltern, die mit einem christlichen Konzept nichts anfangen können, wollen sich beschweren. Unsere Erzieher haben trotz ihrer eigenen Bauchschmerzen mit der neuen Situation, Verständnis für die Eltern und geben weiterhin ihr Bestes für die Kinder. Nach wenigen Tagen beginnen die ersten Eltern zu fragen, ob sie ihre Kinder auch bei uns anmelden können. Unsere Arbeit trägt Früchte! Es bestätigt sich, was wir uns die ganzen Jahre im Hinblick auf eine Kombination aus Hort und Gemeindezentrum wünschen und bisher nur hoffen konnten. In diesen wenigen Wochen der zweiten Corona Welle, erhöhen sich die bei uns angemeldeten Kinderzahlen von 20 auf 28 Plätze. Für den Schulstart 2021 sind die in der Turnhalle möglichen 40 Plätze bereits voll belegt.

Nun haben wir nicht nur zwei Optionen für einen neuen Hortstandort, sondern auch die Bestätigung, dass es funktioniert mit einem christlichen Konzept einen Hort zu betreiben. Die Kinder sind glücklich, wenn Sie nach der Schule im Garten spielen können und die Eltern merken, dass ihre Kinder entspannter und glücklicher nach Hause kommen.

Im Jahr 2020 passiert auch in unseren Gemeinden Großes. Nach einem langsamen jahrelangen Zusammenwachsen unserer drei Gemeinden vereinen wir uns offiziell zur neuen Gemeinde Borstendorf-Leubsdorf-Schellenberg. Im September wählen wir für diese neue Gemeinde einen neuen Kirchenvorstand. Dazu soll es zukünftig Ortsvertretungen geben. Eine spannende Zeit, für manchen verständlicherweise mit Schmerzen verbunden, weil man an die „gute, alte Zeit“ denkt, in der jeder Ort selbstständig und mit eigenem Pfarrer war.

Für den neuen Kirchenvorstand aber auch eine spannende Zeit, neue Gesichter, Menschen die sich einbringen möchten in unsere Gemeinde. Menschen, die ein Herz haben für lebendige Gemeinde, die nach dem Gottes Willen fragen und nach dem Platz als Gemeinde in unseren Orten…

Und das Projekt Gemeindezentrum…..Es wird gebetet! Im Hintergrund, im Stillen, in den Hauskreisen, in einzelnen Familien und wenn möglich auch jeden Freitagabend, seit dem Gemeindefest im Sommer 2019, in der Leubsdorfer Kirche zum Gebet für Gemeinde und Gemeindezentrum! Fast 10 Jahre haben einige Menschen aus unserer Gemeinde sich regelmäßig zum Gebet für einen christlichen Kindergarten getroffen, nur im Vertrauen das Gott handelt, wenn wir Ihn bitten. Das Ergebnis kann heute jeder sehen!

Immer wieder fragen mich Menschen nach dem Stand unseres Projektes. Manchmal bin ich genervt, weil ich nichts Neues sagen kann. Weil ich mir selbst wünschen würde, dass wir endlich anfangen können. Weil ich immer noch fest überzeugt bin, dass solch ein Gemeindezentrum ein großer Gewinn für unsere Gemeinde wäre. Mehr Platz! Raum für verschiedene Veranstaltungen. Helle, freundliche und damit einladende Räume. Einen Ort wohin man gern Außenstehende einlädt.

In Joh. 10,10 verspricht uns Jesus selbst: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Das wünsche ich mir für mich und unsere Gemeinde. Fülle ist das Gegenteil von Mangel! Eine Fülle an guten Beziehungen in jeder Generation. Eine Fülle von Gottes Wort. Eine Fülle an jungen Leuten. Eine Fülle an gesunden Familien! Eine Fülle an modernen und einladenden Räumen gehört für mich auch dazu.

Im Psalm 127, 1 schreibt Salomo: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, dann ist alle Mühe der Bauleute umsonst. Wenn der Herr nicht die Stadt bewacht, dann wachen die Wächter vergeblich.“

Das ist mein großer Wunsch. Nicht weil einige von uns diesen Traum haben. Für Alle soll es sein. Unser HERR kann uns diese Einheit schenken. Diesen gemeinsamen Wunsch nach einem Gemeindezentrum. Aus Liebe und Notwendigkeit heraus, für die Menschen unserer Orte da sein zu wollen!  Das wir Sie einladen können und Ihnen von Gott erzählen. Weil wir dann nämlich viel Platz bräuchten, wenn die Alle kommen, die wir einladen. Aber er braucht uns dazu! Menschen die vor seinen Thron kommen, mit einem demütigen und veränderungsbereiten Herz.

Wenn die Mehrheit der Gemeinde hinter dem Projekt steht und sich weitere Mitarbeiter finden, kann es etwas werden…

Im Vertrauen auf unseren Herrn gehen wir Schritt für Schritt weiter..