Mai 2021 – Verabschiedung Pfarrer Schieritz

Weil im Gottesdienst am 30. Mai, zu dem ich durch den Superintendenten in den aktiven Ruhestand verabschiedet werde, nur eine begrenzte Zahl Besucher teilnehmen können, möchte ich auf diesem Weg herzlich einladen und auch um eine vorherige Anmeldung bitten (siehe unten).

Ohne zu wissen weshalb, habe ich schon seit der achten Klasse überlegt, ob ich mal Pfarrer werden sollte. Nach einer bewussten Entscheidung für Jesus und einem persönlichen Zuspruch habe ich dann nach wenigen Jahren der Arbeit als Schriftsetzer das Theologiestudium gewagt und 1984 den Dienst als Pfarrer mit meiner Frau Martina an meiner Seite in Frankenau bei Mittweida begonnen. Nach 21 Jahren gemeinsamen Lebens und Glaubens hier in Leubsdorf, Schellenberg und Borstendorf findet der berufliche Teil des Pfarrerseins nun seinen Abschluss.

Von den Aufgaben, die zum aktiven Dienst gehören, werde ich entbunden. Die Verantwortung dafür wird sinnvollerweise in die Hände der vertretenden bzw. der nachfolgenden Person gegeben werden. Die Pfarramtsleitung und den stellvertretenden Vorsitz des Kirchenvorstandes wird Pfr. Roßner in Oederan übernehmen. Bestattungen, Hochzeiten, Taufen, Jubiläen und verschiedene Gottesdienste werden in einem bestimmten Rhythmus von Pfrn. und Pfr. Roßner und Pfr. Seidel in Eppendorf übernommen. Pfr. Seidel wird auch die Konfirmandentreffs zukünftig leiten. Die Verantwortung für die Kirchenmusik bleibt wie auch die schon bisher ehrenamtlich geführten Gemeindekreise in den Händen der bisherigen Personen.

Ich freue mich darauf, mehr Freiraum für unsere Kinder und Enkel und Unternehmungen zu haben, eine (er-)neue(-rte) Berufung zu entdecken, im Garten zu sein und ein bisschen (nicht zu ehrgeizig) Fußball zu spielen.

Aus diesem jetzigen Anlass heraus entsteht eine bestimmte Sicht und Sensibilität auf die zurückliegende Zeit, einzelne Begegnungen und Situationen.

Deshalb: Noch einmal Danke von ganzem Herzen für Liebe und Freundschaft, für Gebet und Ermutigung, Korrektur, Hilfe und jegliche Form der Unterstützung der Arbeit in den Gemeinden und auch persönlich. Sei es bei speziellen Projekten oder/und auch ständig über die Jahre hin in den Herausforderungen, z.B. auch 2008 in der Zeit des Krankseins.
Zuerst und besonders danke ich meiner Frau für Ihre Lebendigkeit, für die mutige Beziehungsarbeit, die nach vorn gerichteten Ideen, ihre Umsicht und Opferbreitschaft. Ohne sie wäre mein Dienst weder vorstellbar noch durchführbar gewesen.

Ich denke auch an die Mitarbeiterinnen in der Verwaltung, in der Gemeindepädagogik und in jeder Weise des musikalischen Engagements. Vielen Dank für alle, die ehrenamtlich zu einem sehr wesentlichen Teil das Leben in den Gemeinden getragen haben. Dabei war das Gebet entscheidend, damit alles bei Jesus zusammengeführt wird und zu Seiner Ehre den Menschen zugute kommt.

Bewusst ist mir, dass ein großer Anteil dessen, was geschehen ist, nicht meiner Initiative zu verdanken ist, sondern dem Engagement Einiger, die neue Ausdrucksweisen des Glaubens ermöglicht haben.

Es ist mir ein Bedürfnis, an dieser Stelle und auf diesem Wege, auch meine Bitte um Vergebung auszusprechen:
Mir wird jetzt neu bewusst, wie unmöglich das ist – trotz der Absicht – es allen recht zu machen. Manches war einfach, auf beiden Seiten, nicht anders möglich. Manches war und blieb wegen menschlicher Begrenztheit unbefriedigend. Manches – und das wird überwiegend so gewesen sein – ist unwissend geschehen und es sind unbedacht und unbeabsichtigt Verletzungen geschehen. Bitte, vergebt!

Wir wissen noch nicht, wo wir hinziehen werden (Stand: 12.4.2021).
Es ist auch herausfordernd, mit Einigen in Verkündigung und Seelsorge lebenswichtige Anliegen bewegt zu haben und dann sich wieder zu lösen und wegzuziehen. Das mag fast wie eine Lüge wirken. Aber es soll womöglich dazu helfen, uns zuerst an DEN zu binden, dem wir unser Leben anvertraut haben.
Als Gemeindepädagogin wird meine Frau wahrscheinlich am Ende des Schuljahres verabschiedet werden.

Eines der Lieder, die ich gern im Arbeitszimmer singe, hat den Text: „Vater des Lichts, Du freust Dich an Deinen Kindern. Alles, was gut und vollkommen ist, kommt von Dir.
Vater des Lichts, Du änderst Dich nicht, bleibst immer derselbe.
Alles, was gut und vollkommen ist, kommt von Dir.“

In diesem Sinn können wir einander Gottes Segen für die nächsten Wochen und darüber hinaus wünschen. Hauptsache bleibt die Beziehung zu Jesus, aber auch Gesundheit, gute Beziehungen, Frieden im Land und die gute Bewältigung unserer täglichen und beruflichen Aufgaben gerade in dieser Zeit!

 

In herzlicher Verbundenheit,

Euer Bernd Schieritz


Im Anschluss an den Gottesdienst kann keine Grußstunde stattfinden.
Deshalb kann jeder, der Pfarrer Bernd Schieritz etwas persönliches mitteilen möchte, das in schriftlicher Form in eine dafür bereitgestellte Box legen.

Anmeldung/Hinweise für den Verabschiedungsgottesdienst
Da wir coronabedingt unsere Kirche mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht voll besetzen können, müssen wir leider mit einem Anmeldesystem arbeiten.
Bitte melden Sie sich bis spätestens 18.05.2021 mit Angabe der Personenzahl telefonisch in den Kirchgemeindebüros oder per E-Mail unter sabine.eckardt@evlks.de an.
Wir teilen Ihnen dann die entsprechenden Platznummern mit.
Vielen Dank!