April 2021

Diese Zeit stellt uns auch eine weitere besondere Frage: Wer oder was ist die höchste Macht (Wer oder was ist Gott?), wir selbst, der Mensch, Corona oder ist und bleibt Gott der Chef im Ring?

Jede (Lebens-) Krise erschüttert das Sicherheits-Gefühl eines Menschen.
Das bisherige System, das sich jeder aufgebaut hat, um seine Lebensumstände einigermaßen im Griff zu haben, funktioniert nicht mehr zuverlässig. Staatliche Vorgaben, Krankheiten, gerade geringere persönliche Belastbarkeit, verschiedene Konflikte oder schwere „Schicksalsschläge“ rütteln an dem Haus, in dem ich sitze.

Deshalb wählen Menschen eigene Strategien, um (wieder) ein beherrschbares und kontrollierbares System um sich herum zu bauen: zum Beispiel durch Vermeidung aller Risiken, genaueste Einhaltung aller Vorschriften oder auch Leugnung der Gefahren oder so tun, als ob es wie immer wäre oder auch, indem man Drahtzieher und Schuldige ausmacht, denen man die Verantwortung für das Ganze gibt und anderes.

Ich persönlich glaube, dass Gott durch dieses Geschehen menschliche Selbstüberhebung erschüttert. Zu DDR-Zeiten gab es schon mal diesen Spruch: “Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein.“ Mir kommt es so vor, als ob unser Wirtschafts-, Finanz-, Gesundheits-, Schul-, Sozial- und auch Kirchen-System infrage gestellt wird. Aber Systeme kann man nicht infrage stellen. Menschen bauen sie auf und halten sie am Laufen und sind selbst ihr wichtigster Bestandteil. Deshalb werden Menschen, werden wir als einzelne Personen angefragt.

Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Denn ich frage mich bei jeder Erkältung, bei jedem Zuspätkommen, bei jedem Konflikt, ob ich da in meinem Verhalten etwas ändern kann und sollte. So auch in dieser Zeit.
Immer wieder leuchtet mir ein biblisches Wort auf:

Der himmlische Vater sagt von sich selbst: (Psalm 46,11)
Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin!
Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden.
(Mit „Heiden“ sind alle Völker gemeint außer Israel, zu dem Gott zuerst gesprochen hat.)

Der Gott Israels will von den Menschen aller Völker als höchste Autorität respektiert und angenommen werden. Damit wir Menschen eine klarere Vorstellung haben, wer und wie Gott ist, kam er als Mensch auf diese Erde. Wir können sogar heute lesen, was er damals gesagt hat. Und am deutlichsten wird sein Wesen in seinem Sterben am Kreuz hörbar und sichtbar.

Diesen Weg der Ablehnung, der Schmerzen und des grausamen Todes ist er aus Null Komma Null eigenem Interesse gegangen. Er hatte zu 100 % deine und meine Herauslösung aus der Gottesferne im Blick. Ich denke dabei an einen Vater in einem Erdbebengebiet. Er hatte seinem Sohn versprochen, wenn mal was passieren würde, werde ich dich retten! Als bei einem schweren Erdbeben die Schule seines Sohnes eingestürzt und er unter den Trümmern begraben war und die Rettungsmannschaften bereits ihre Arbeit eingestellt hatten, machte sich der Vater mit bloßen Händen ans Werk. Über 36 Stunden lang ließ er sich Tag und Nacht auch durch die gut gemeinten Ratschläge anderer, dass es doch längst zu spät sei, nicht abbringen. Ohne sich Pausen und Schlaf zu gönnen räumte er unermüdlich den Schutt weg, bis er zu einem Hohlraum vordrang, in dem sein Sohn mit wenigen Mitschülern überlebt hatte.

So etwa, nur noch viel stärker und bei vielmehr Widerstand hat Jesus dieses Opfer seines Lebens am Kreuz gebracht. Wirklich für dich! Er wollte damit ein für alle Mal bezahlen, was wir Gott an Dank für alles Gute schuldig geblieben sind und wo wir uns und anderen durch schuldhaftes Verhalten geschadet haben.

Dieses Leiden und Sterben von Jesus am Kreuz ist wie ein Gutschein, den du in den Händen halten darfst. Für alles Mögliche kannst du ihn einlösen. Auch in letzter Verzweiflung: „Gott, wenn das mit Jesus so war und wahr ist, dann zeige dich in meinem Leben!“
Und auch wenn du schon als Christ lebst, kannst du mit neuer Entschlossenheit beten, dass Gott durch die Dunkelheit deiner Seele bricht, er dich wieder aufrichtet und er es klar und behutsam zeigt, wenn du selbst IHM im Wege stehst. Dieser Gutschein ist nicht übertragbar. Das ist auch nicht nötig. Denn für jede Person ist einer vorhanden.

Vielleicht ist Jesus deshalb auf einem Berg an einem hoch aufgerichteten Kreuz gestorben, damit ER „der Höchste auf Erden“ ist und in deinem und meinem Leben wird?