Impuls, Dienstag 19. Januar

Zwischen Himmel und Erde

Ihr Lieben, vor nicht allzu langer Zeit verbrachten meine Frau und ich unseren Urlaub am Bodensee. Bei einer Bootsfahrt konnten wir eine Übung der Bundeswehr beobachten. Im Halbstundentakt flog ein Militärflugzeug über uns hinweg und jeweils zwölf Männer sprangen aus der Maschine, öffneten ihre Fallschirme und glitten ruhig ins Wasser. Dort wurden sie schon von ihren Kameraden erwartet, in mehreren Schlauchbooten aus dem Wasser gefischt und an Land gebracht. Dieses Bild hat sich bei mir eingeprägt. Wie die Blüten von Pusteblumen schwebten die Jungs vom Himmel. Ich habe mir so gedacht, Fallschirmspringer müssen gut ausgebildete und ordentliche Leute sein, denn ohne gute Ausbildung und mit einem schlecht zusammengelegtem Fallschirm, kann der nächste Absprung in einer Katastrophe enden. Dabei ist jeder selbst für seine Ausrüstung verantwortlich.
Seit einem knappen Jahr befindet sich die Menschheit wie im freien Fall. Es scheint immer schneller auf den Abgrund zuzugehen.
Wenn du glaubst, was im Psalm 91, 1-9 steht –
Wer unter dem Schirm des Höchsten steht…
und Gott vertraust, der dieser Schirm und Schutz ist, dann hast du deinen persönlichen Fall – bzw. Rettungsschirm. Du bist aber wirklich selbst dafür verantwortlich, ihn dir anzulegen und zu öffnen. Du wirst merken, sobald er offen ist, verschwindet die Angst und du starrst nicht mehr entsetzt auf den Abgrund. Du kannst sogar, wenn du Augen dafür hast, den Flug, die Aussicht und Gottes Schöpfung genießen. Wenn du dann einmal am Ziel angekommen bist, wirst du von wunderbaren Freunden in Empfang genommen und ins Trockene gebracht. Übrigens habe ich das Vorrecht mit meiner Frau einen Tandemsprung zu genießen.

~ Jürgen Meyer