Impuls, Montag 18. Januar

Wohnung gesucht

Ihr Lieben, durftest du das auch schon mal erleben? Du hast Geburtstag und vor dir steht eine kleine Gruppe von Kindern oder Freunden und singen dir ein Ständchen. Nur für dich. Das geht einem schon ganz schön unter die Haut. Um zu zeigen, dass sie dich gern haben und du ihnen wertvoll bist, haben sie sich Zeit genommen, ein Lied eingeübt, um dir eine Freude zu machen und dich zu ehren. Das geht viel tiefer, als ein paar gutformulierte Wünsche.
Ich glaube, wir können unserem Vater im Himmel keine größere Ehre erweisen, als Ihn mit unserem Mund, Instrumenten und allem, was wir sind und haben, anzubeten. ER freut sich so sehr darüber, dass ER sogar im Lobpreis Seines Volkes wohnen möchte (Psalm 92). Es ist ja schon genial, wenn wir, ohne dass wir es wissen, durch unsere Gastfreundschaft,manchmal Engel beherbergen, aber Gott selbst bei uns wohnen?
Ich habe vor vielen Jahren einmal Gottes Gegenwart bei einem großen Posaunenfest erlebt. Tausende Bläser hatten sich in einem Stadion versammelt, um Gott mit ihren Instrumenten anzubeten. Jeder Choral erzeugte bei mir Gänsehaut. Welch eine Kraft, was für eine Freude, unbeschreiblich. Gott war gegenwärtig.
Es muss aber nicht so ein Riesenevent sein, um um unseren Vater zu loben und Ihm alle Ehre zu geben. Gerade jetzt, wo wir uns nicht treffen dürfen, kann das jeder von uns zu Hause tun. Ich glaube, dass gerade unsere privaten Anbetungszeiten so wichtig, vielleicht sogar überlebenswichtig sind.
Meine Frau hat ihre Trompete seit langer Zeit wieder ausgepackt und spielt fast täglich – Großer Gott, wir loben Dich – und andere alten Choräle. Auch ich habe mir vorgenommen, meine Gitarre vom Ständer zu nehmen und mit den paar einfachen Griffen, die ich kann, Ihm alle Ehre zu geben. Ich ermutigen dich, solltest du auch nicht singen oder musizieren können, hole dir mit Spotify den Lobpreis in deine vier Wände. Gott möchte bei uns wohnen. Holen wir Ihn herein. Er möchte Mitglied unseres Hausstandes sein. Laut gegenwärtiger Vorschrift dürfen wir ja nur eine Person zu uns lassen. Wir müssen ja nicht hinausposaunen, dass wir mit Gott gleich drei Personen empfangen.
Nicht Kaspar, Melchior und Balthasar, sondern Vater, Sohn und Heiliger Geist.

~ Jürgen Meyer