Impuls, Donnerstag 07. Januar

Mit oder ohne Wachs?

Ihr Lieben, es war kurz nach der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes. Wir hatten uns unser erstes Westauto angeschafft. Ein für nie möglich gehaltener Traum war in Erfüllung gegangen. Jetzt stand es vor mir, mein neues französisches Schmuckstück. Aber auch ein neues Auto wird mit der Zeit schmutzig. Da es die beste Behandlung bekommen sollte, entschied
ich mich für die Waschanlage im Nachbarort. Ich fuhr also an einem heißen, staubigen Sommertag dorthin und wählte die billigste Pflege – nur Waschen. Man muss es ja nicht gleich übertreiben. Mit einem tropfnassen Fahrzeug machte ich mich wieder auf den Heimweg. Der Schock saß tief, als ich zu Hause ausstieg. Mein Wagen war schmutziger, als er vorher war. Er schien den ganzen Staub, den er in den drei Kilometern erwischen konnte, aufgesaugt zu haben.
Was habe ich an diesem Tag gelernt? Ich hätte mich für die etwas teuere Variante – waschen, trocknen, Heißwachs- entscheiden sollen. Ich hätte es versiegeln lassen müssen. Ein versiegeltes Fahrzeug nimmt den Schmutz nicht so schnell an und ein einfacher Regen spült ihn auch schnell wieder ab.
Im Markusevangelium wird berichtet, dass die Menschen zu Johannes dem Täufer in die Wüste strömten, ihre Sünden bekannten und sich taufen ließen, damit sie Vergebung empfingen. Sie wurden reingewaschen. Als die Jünger Jesu die Menschen tauften, geschah dies im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Sie wurden versiegelt. Wenn du also auf den Dreieinigen Gott getauft bist, bist du versiegelt, aber nicht mit Heißwachs, sondern mit dem Blut Jesu. Sowie ein einmaliges Pflegen des Autos nicht ausreicht, weil es immer wieder schmutzig wird, so gehört die regelmäßige Pflege meines Glaubens in mein Leben. Das Abendmahl ist für mich ein Nachversiegeln, ein Erneuern meiner Beziehung zu Jesus. Ich brauche es, weil ich zwar errettet, aber immer noch ein sündiger Mensch bin, immer noch schmutzig werde. Leider ist unsere christliche Gemeinschaftswaschanlage z. Z. Außer Betrieb, deshalb,, waschen, trocknen und wachsen ” meine Frau und ich zu Hause selbst. Wir brauchen es, wie das Brot zum Leben.

~ Jürgen Meyer