Impuls, Donnerstag 06. Mai

Hörst du was?

Ihr Lieben, Wüste, Kamelhaarumhang, Heuschrecken und wilder Honig. An wen erinnert euch das? Natürlich, an Johannes, den Täufer. Diesen eigenartigen Mann, der laut aus der Wüste die Menschen zur Umkehr rief. Kehrt um, denn das Königreich der Himmel ist nahe herbeigekommen.
Beim Recherchieren habe ich festgestellt, dass Johannes optimal für ein Leben in der Wüste ausgerüstet war. Kamelhaar kühlt bei großer Hitze und wärmt bei frostigen Temperaturen. Heuschrecken sind sehr nahrhaft. Dass er wilden Honig aß, ist für mich ein Hinweis, dass er unter einen absoluten Schutz stand, denn schon zwei drei Stiche von wilden Bienen können für einen Menschen tödlich sein. Was hatte Johannes bloß an sich, dass die Leute scharenweise zu ihm in die Wüste strömten, ihre Schuld bekannten und sich taufen ließen? Sein praktisches Outfit und sein Ernährungskonzept waren es sicher nicht. Würde Johannes heute so auftauchen, wäre er von den Medien umlagert und bei den Überschriften wäre von –
neuzeitlicher Robinson Cruso über Panikmacher, Verschwörungstheoretiker und Querdenker bis zu Endzeitprediger alles dabei.
Wieso zog es die Menschen förmlich zu Johannes in die Wüste? Die Zeit war reif und die Herzen vorbereitet. Es brauchte nur noch diesen Ruf, um sie in Gang zu setzen. Es kam zu einer Erweckung in der Wüste, bei der Johannes genau zwischen echter Reue und Scheinheiligkeit unterscheiden konnte. Belastet gingen die Männer und Frauen den schweren Gang zum
, Rufer in der Wüste ‚und befreit, erleichtert und fröhlich kehrten sie heim.
Wenn Gott Derselbe gestern, heute und in alle Ewigkeit ist, könnte es da nicht sein, dass Er gerade jetzt, wo die Menschheit sich in der Wüste Covid befindet, sich wieder Frauen und Männer nimmt und sie als Rufer zur Umkehr gebraucht?
Ich glaube, etwas zu hören. Du auch?

~ Jürgen Meyer