Impuls, Dienstag 02. Januar

Feierliche Übergabe
Ihr Lieben, es war im Jahr 2007. Mein Vater lag zu Hause auf seinem Sterbelager. Unser erstes Enkelkind, sein erstes Urenkelchen, war unterwegs. Wir spürten, dass er unbedingt die Nachricht von der Geburt des Kindes erhalten wollte. Am 7. März erblickte dann unsere Lina das Licht der Welt und mein Vater nahm diese Botschaft in Frieden auf, streifte in aller Ruhe seine Armbanduhr vom Handgelenk legte sie auf seinen Nachtschrank und ließ seinen Kopf auf sein Kissen nieder. Es war die letzte gute Nachricht, die er bei noch klarem Verstand, in seinem Leben erhielt. Ein paar Tage später schloss er seine Augen für immer. Er wollte unbedingt noch hören, dass die neue Generation geboren wurde, unsere Familiengeschichte weiterging, unser Stammbaum ein frisches Zweiglein bekommen hatte, das zu grünen und zu wachsen begann.
An diese unvergessliche Geschichte musste ich denken, als in der laufenden Bibellese vom alten Simeon die Rede war (Lukas 2, 25 – 35). Dieser betagte Mann wartete schon Jahre lang auf den,, Trost Israels “, auf den Messias. Ihm war von Gott verheißen worden, dass er nicht eher sterben würde, bis er den Retter gesehen hätte. Ich habe mich gefragt, warum ist mir dieser alte Mann so sympathisch? In den paar Versen strahlt er eine ansteckende Ruhe und Gelassenheit aus. Ich sehe ihn förmlich vor mir. Beim nochmaligen Lesen fiel mir auf, dass hier dreimal vom Heiligen Geist die Rede ist. Der Heilige Geist ruhte auf ihm, der Heilige Geist hatte ihm offenbart und der Heilige Geist trieb ihn. Also Simeon lebte mit Gott, er hörte Gottes Stimme und er ließ sich von Gott bewegen. Deshalb war er zur rechten Zeit am rechten Ort. Simeon war gerade in dem Moment an dem Platz, wo Maria und Josef ihr Baby in den Tempel trugen. Er erkannte sofort in dem Kind Jesus, den langersehnten Messias. Er nahm ihn auf seine Arme und sagte – Nun entlässt du, oh Herrscher, deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden, denn meine Augen haben dein Heil gesehen. Was für ein Moment für Simeon, den Retter der Welt auf dem Arm und im Herzen zu tragen. Es war, als würde das Alte Testament liebevoll das Neue Testament willkommen heißen. Die Geschichte mit Gott geht weiter.
Mein Resümee
Lebe mit Gott, höre auf Gott und gehe, wenn Gott es dir sagt, dann bist du zur rechten Zeit am rechten Ort und du wirst in Frieden Leben und Sterben.

~ Jürgen Meyer