Impuls, Fr 31. Juli

Ihr Lieben, seit einiger Zeit beschäftigt mich eine Bibelstelle, die in den ersten drei Evangelien vorkommt und die wahrscheinlich viele von euch kennen. Da fragt ein Schriftgelehrter Jesus, was das wichtigste Gebot im Gesetz ist. Jesus antwortete – Du sollst lieben, Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Dieses Doppelgebot der Liebe war für mich immer einleuchtend, bis ich bei den drei Worten – wie dich selbst – hängengeblieben bin. Ich soll meinen Nächsten wie mich selbst? Liebe ich mich eigentlich selbst? Bei mir ist da eigentlich sehr viel Luft nach oben. Das fängt bei meinem Aussehen an, geht bei den vielen nicht vorhandenen Fähigkeiten weiter und hört bei den schwachen Selbstwertgefühl auf. Mit meiner Selbstliebe ist es also nicht so weit her
Viel kann ich also nicht an meinen Nächsten weitergeben, dachte ich bis jetzt. Nun ist endlich der Groschen gefallen. Jesus fordert mich auf, mich erst einmal selbst zu lieben, nicht aus egoistischen Gründen, sondern, weil er mich, wie alles, was Er geschaffen hat, sehr gut gemacht hat. Alles, was mir als Mangel erscheint und mir zu schaffen macht, ist nur durch das Vergleichen mit anderen Menschen entstanden. Mein himmlischer Vater hat mich einzigartig und aus Seiner Liebe heraus geschaffen und wunderbar gemacht. Das soll ich im Glauben annehmen und diese Liebe erwidern. IHN, Gott lieben. Weil ich das nun begriffen habe, kann ich mich so annehmen wie ich bin und mich selbst lieben. Jetzt fällt es mir auch nicht mehr schwer, meinen Nächsten zu lieben, wie mich selbst.

~ Jürgen Meyer