Impuls, Do 30. April

Ihr Lieben, man lernt erst das richtig zu schätzen, was man aus irgendwelchen Gründen nicht mehr hat oder kann. Wenn z. B. meine körperliche Unversehrtheit unterbrochen wird, ich einen Unfall hatte, nicht mehr gehen, greifen, schlechter hören oder sehen kann, dann sehne ich mich nach einer baldigen Wiederherstellung. Wenn ich starke Zahn – oder Ohrenschmerzen habe, möchte ich, dass sie so schnell wie möglich wieder verschwinden.
Ich sehne mich gerade nach Gemeinschaft in Gottesdiensten, im Hauskreis, fröhlichen Feiern und herzlichen Umarmungen. Wenn alles wegfällt, was selbstverständlich war, dann nimmt das mir die Farbe aus dem Leben. Ich leide darunter und wünsche mir den Normalzustand wieder her.
Die Erfahrung zeigt allerdings, wenn sich die Umstände wieder normalisiert haben, der körperliche Zustand wieder hergestellt ist und die Schmerzen wieder verschwunden sind, geht alles wieder seinen gewohnten Trott. Andere Probleme nehmen uns wieder in Anspruch. Der Alltag hat uns wieder.
Ich weiß nicht, wie lange die jetzige Situation noch dauern wird, aber wir könnten gerade jetzt eine Mentalität des Dankens einüben, die über Corona hinaus anhält. Ich bin mir sicher, Gott freut sich, wenn wir das dankend wertschätzen , was wir als selbstverständlich ansehen. Danken löst bei mir immer Freude aus und macht meinen Alltag irgendwie leichter. Ich glaube, ein dankbares Herz schlägt ruhiger. Dankbarkeit ist Wertschätzung für das, was man hat. Es kostet nichts dankbar zu sein, aber es verändert alles. Nicht die Glücklichen sind dankbar, sondern die Dankbaren sind glücklich. (ist nicht von mir) Also lasst uns dankbar glücklich sein.

~ Jürgen Meyer