Impuls, Di 28. April

Ihr Lieben, als Friedhofmeister habe ich schon über tausend Beerdigungen miterlebt. An dem Satz, es wird nie so viel gelogen, als bei Beerdigungen, ist schon etwas dran, zumindest bei weltlichen. Solche Reden sind, bis auf die Namen meistens gleich. Kein Trost, nur noch einmal aufwühlen. Die meisten, dieser Reden, kenne ich auswendig. Umso mehr spüre ich den Trost, der aus Gottes Wort kommt.
Besonders beeindruckt hat mich eine Trauerfeier eines nahen Verwandten vor zwei Jahren. Dieser Mann war schon lange an Parkinson erkrankt, ging aber sehr offensiv mit diesem Leiden um. Er gründete eine Selbsthilfegruppe und war ein großer Ermutiger für seine Mitmenschen. Tragischerweise verunglückte er in den Alpen so schwer dass er mit dem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden musste. Von da an begann eine schwere Leidenszeit für ihn und seine Familie. Er mußte vielen Operationen über sich ergehen lassen und lag fast ausschließlich im Krankenbett. Nach einigen Monaten hatten wir die Möglichkeit ihn zu besuchen. Wir trafen einen Mann an, der sich kaum bewegen und nur mit einer Sonde sprechen konnte. Geblieben waren Ansätze seines goldigen Humors und ein Verlangen nach Gebet. Er hatte uns zu verstehen gegeben, dass er gerade in den Zeiten der tiefsten körperlichen Schwäche Gottes Nähe ganz intensiv gespürt hatte. Wir erfuhren später dass, dass er noch viele Menschen angerufen hatte, um ihnen von diesen Erfahrungen zu berichten und Vieles ins Reine zu bringen.
Seine Beerdigung war ein richtiges Fest zu Gottes Ehre und zur Ermutigung für viele. Ich werde diesen sympathischen Mann nicht vergessen, der für mich ein Beispiel war, wie Gott einem Menschen am tiefsten Punkt seines Lebens begegnete, ihn innerlich heilte und in Frieden heimholte.

~ Jürgen Meyer