Impuls, Mi 27. Mai

Ihr Lieben, ich habe es schon als Kind in jedem Frühjahr miterleben dürfen, wenn die Rinder, die meine Eltern betreuten, zum ersten Mal nach dem Winter auf die frische Weide durften. Es war immer ein ganz besonderer Tag. Die Tiere schienen schon den Moment zu ahnen, wenn ihnen die Ketten gelöst wurden. Sie wurden schon ganz unruhig und scharrten mit den Hufen, wenn die Vorbereitungen getroffen wurden, wo sie in die Freiheit durften . Und dann ging es los. Selbst ältere Tiere sprangen mit erstaunlicher Vitalität, glücklich durch die offene Stalltür hinaus in die Frühlingssonne auf die saftigen Weiden. Es brauchte schon mehrere Leute, um die übermütigen Tiere im Terrain zu halten. Diese unbändige Freude, die die Kühe hatten, übertrug sich immer auf mein kleines Herz und ich freute mich immer wieder auf den Tag des Austriebes. Es gab aber auch manchmal Tiere, denen die Kette nicht geöffnet wurde, weil sie krank waren und deshalb nicht mit auf die Weide durften. Diese Tiere brüllten dann den ganzen Tag im Stall, weil sie natürlich auch mit den anderen ins Rinderparadies wollten. Sie taten mir immer sehr leid, weil ich ihren Frust verstehen konnte.
Seit ich Jesus als meinen Herrn und Hirten angenommen habe, weiß ich, ich gehöre zu seiner Herde. ER hat seitdem eine Kette nach der anderen bei mir gelöst und ich schnuppere immer mehr die Frühlingsluft. Ich weiß, einmal geht das Tor auf und dann gibt es kein Halten mehr. Ich möchte dich sehr ermutigen, wenn du noch nicht zu seiner Herde gehörst, dann sag ja zu Ihm. Du wirst eine Freude erleben, die mit nichts hier auf dieser Erde zu toppen ist. Es wäre jammerschade, wenn du brüllend im Stall zurückbleiben müsstest. Ich glaube nämlich, die Vorbereitungen für den Austrieb sind im vollen Gang.

~ Jürgen Meyer