Impuls, Freitag 18. Dezember

Gut Ding braucht Weile
Ihr Lieben, Gottes Mühlen mahlen langsam. Wir Menschen können ein Lied davon singen. In dieser Frage prallen ja auch Welten aufeinander. Für Gott sind tausend Jahre wie ein Tag, aber für uns können schon ein paar gewarteten Stunden zur Ewigkeit werden.
Wenn ich z. B. schmerzbedingt und unangemeldet zum Zahnarzt muss und mir an der Anmeldung gesagt wird – sie müssen aber Zeit mitbringen. Dann beginnt für mich ein innerlicher Zermürbungsprozess, der sich synchron mit den Schmerzen ins Unermessliche steigert.
Auch wenn man die Bibel liest, kann man erfahren, dass Gott kein Herr der Eile ist. Da muß der alte Abraham mit 99 Jahren noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um mit seiner auch nicht mehr taufrischen Sara den Isaak zu zeugen. Ein Moses muss sich noch mit 80 Jahren einen Reisepass organisieren, um seine Leute aus Ägypten zu holen. Josef muss eine jahrelange Odyssee durchmachen, um dann Ernährungsminister des Pharaos zu werden, damit er sein Volk vor dem Hungertod retten kann. So bewegen sich die meisten Geschichten in der Bibel in einem großen Zeitraum. Ja, Gottes Mühlen mahlen langsam, aber gut, wie wir wissen.
Um so erstaunter war ich, als ich in Jesaja 60, 22 las – Ich, der Herr werde es zu seiner Zeit eilends verwirklichen.
Warum auf einmal diese Eile?
In diesem Kapitel geht es um die Wiederherstellung Seiner Stadt Jerusalem und die Rückkehr Seines Volkes von den Enden der Erde. Schon das es das Land Israel seit 1948 wieder gibt und es in dieser relativ kurzen Zeit zu einer blühenden Nation geworden ist, bezeichnen viele als ein Wunder. Aber auch die Rückkehr der Juden in das Verheißene Land ist in vollem Gang. Aus allen Himmelsrichtungen kommen sie zurück. Für Gottes Zeitmaß eigentlich ein Wimpernschlag.
Ich bin überzeugt, dass, wenn schon ein kleines Virus in nur knapp einem Jahr die Menschheit an den Rand des Ruins treiben kann, um wieviel schneller kann unser Großer Gott Sein helles Licht in diese Situation bringen. Gottes Mühlen können auch sehr schnell mahlen, wenn ER es will.Darum sollen wir wachsam sein und beten, damit wir nicht in Anfechtung fallen (Matth. 26,48).
Wir sollten nicht überrascht sein, wenn vielleicht im nächsten Jahr eine gute Nachricht nach der anderen zu hören ist.

~ Jürgen Meyer