Impuls, Mo 11. Mai

Kleinvieh macht auch Mist, jeder Tropfen höhlt den Stein und mühsam ernährt sich das Eichhörnchen sind Sprichworte, die ausdrücken, dass oft auch kleine Schritte, mit Geduld und Beharrlichkeit, zum Ziel führen, welches das Ziel das immer das sein möge. Wir sollen Gott mit allem, was wir sind und haben, fürchten, lieben und vertrauen und unseren Nächsten lieben, wie uns selbst. Das sind die zwei wichtigsten Gebote, sagt Jesus. Wir müssen nicht unbedingt große Dinge tun, um unsere Nächstenliebe zu zeigen. Oft ist es die Summe von kleinen Gesten und Hilfen, in denen Jesus durch uns leuchtet. Es nützt nichts, wenn wir sonntags im Gottesdienst unser breitestes Lächeln aufsetzen, aber über die Woche nur an uns selbst denken. Ein Lernfeld für mich ist die schmale Umleitungsstrecke in unserem Ort, die ich mit vielen anderen schon gefühlte zwanzig Jahre benutzen muss, weil unsere Hauptstraße etappenweise erneuert wird. Innerhalb weniger Augenblicke kann mich der Fahrer (in) des entgegenkommenden Fahrzeuges auf die Palme bringen, oder mir ein dankbares Lächeln ins Gesicht zaubern. Die Frage ist nämlich, hält er an oder und lässt mich passieren oder nicht. Ich habe mir vorgenommen, egal ob ich in Eile bin oder nicht, ich gebe nach und fahre rechts ran. Es klappt nicht immer, aber immer öfter. Vielleicht habe ich dadurch einer gestressten Person einen Funken Freude in den Alltag gebracht. Dann hat sich es schon gelohnt und auch ich fühle mich dadurch beschenkt und ich habe ein klein wenig Nächstenliebe praktiziert.

~ Jürgen Meyer