Impuls Fr, 10. April

Ihr Lieben, als ich ungefähr zehn Jahre alt war, besuchte ich wieder einmal meine Großeltern in ihrem schönen alten Bauerngut. Ich war gerne hier und liebte sie sehr. Es war ein herrlicher Sommertag und ich war guter Dinge, bis meine Oma ganz aufgeregt ins Haus kam und uns mitteilte, dass ein schweres Gewitter auf uns zu kommen würde. Mein Großvater und ich gingen vor die Tür und es war wirklich krass, was sich da am Horizont für eine Wolkenwand auftürmte. Je näher das Unwetter kam, um so bedrohlicher sah es aus. Als der Sturm anfing zu toben und die ersten Blitze krachend einschlugen, war es aus mit meiner Oma. “Das ist der Weltuntergang” schrie sie und wir mussten alle ins Wohnzimmer uns hinknien und gefühlte einhundert mal das Vaterunser beten. Da ich noch keinen Weltuntergang miterlebt hatte, war ich total überfordert, vor Angst wie gelähmt und hatte meine Schließmuskel nicht mehr unter Kontrolle. Ich weiß nicht mehr wie lange es gedauert hatte, aber irgendwann war der Spuk vorbei. Ich ging vorsichtig und zitternd mit nach draußen und stellte fest, dass die Welt noch nicht untergegangen war. Es lagen zwar ein paar Äste ‘rum, aber die Sonne schien, die Luft war sauber und roch sehr sauber und würzig.
Das Fazit dieser Geschichte war, durch die Hysterie meiner Großmutter hatte ich ungefähr vier Jahre panische Angst vor jeder dunklen Wolke die am Himmel auftauchte. Egal wo ich war, ob im Freibad oder auf dem Fußballplatz, ich stürmte sofort nach Hause, wenn die ersten Anzeichen des nächsten “Weltuntergangs” sichtbar wurden.
Wirklich.
An diese Geschichte musste ich denken, wenn ich die gegenwärtige Situation betrachte. Weltuntergangsstimmung, Panik, lähmende Angst. Was meine Oma angeordnet hatte, war nicht falsch. Auf die Knie gehen und beten ist auch jetzt unbedingt nötig, aber nicht nur aus reiner Verzweiflung und mit voller Hose, sondern mit vollkommenen Vertrauen auf einen allmächtigen Gott, einen Vater, der alles im Griff hat, einen großen Herrn, über dessen Schreibtisch nichts geht, wo Er nicht sein Häkchen ran macht.
Wenn du auf die Wetterkarte Gottes blickst, dann ist gerade das Tief Corona zu sehen, aber dahinter kommt schon ein riesengroßes Hoch zusehen.
Das.
Hoch.
JESUS.
Hallelujah!

~ Jürgen Meyer