Impuls, Fr 01.Mai

Ihr Lieben, die größten Organismen der Welt sind die Mammutbäume in Kalifornien. Die ältesten sind nachweislich über zweitausend Jahre alt, werden über einhundert Meter hoch und brauchen täglich zweitausend Liter Wasser. Ihr Stammumfang kann bis zu dreißig Meter betragen. Gigantisch.
Mammutbäume haben erstaunliche Eigenschaften. Z. B. besitzen sie eine bis zu siebzig Zentimeter starke feuerfeste Rinde, die sie bei den in Kalifornien häufig vorkommenden Waldbränden schützt. Diese Rinde sondert bei Hitze eine Flüssigkeit ab, die sich schützend über die Außenhaut legt. Mit ihrem hohen Gerbsäuregehalt schützt sie den Baum nicht nur vor Feuer, sondern auch vor Ungeziefer, Parasiten und sogar Pilzen. Trotzdem braucht der Baum solche Extremsituationen wie Feuer und Stürme, um seinen Samen loszu lassen und zu verbreiten. Was mich aber besonders verblüfft hat, ist, dass der Mammutbaum ein Flachwurzler ist. Seine Wurzeln reichen nie tiefer als einen Meter. Wieso konnten sie trotzdem über die Jahrhunderte den Naturgewalten standhalten? Sie wachsen in Gruppen und ihre Wurzeln verflechten sich ineinander und halten sich so gegenseitig fest. Einfach genial. Die Christenheit gibt es auch schon zweitausend Jahre. Sie hat sich nur deshalb erhalten und über die ganze Welt verbreitet, weil sie durch Feuer und Stürme gegangen ist. Durch Verfolgung und Martyrium wurde und wird der christliche Same gestreut, denn das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche. Auch wir brauchen täglich das erfrischende, lebendige Wasser. Jesus sagt – Ich bin das Wasser des Lebens, wer von mir trinkt, dem wird nimmermehr dürsten. Und Sein vergossenes Blut ist für uns wie die Gerbsäure des Mammutbaumes. Es schützt uns vor den schädlichen Angriffen des Feindes. Auch wir brauchen einander, um uns zu halten und uns zu stützen – gerade in diesen Zeiten – um nicht zu fallen. Und wenn wir das auch gerade nicht mit unseren Armen können, dann durch den uns alle verbindenden Glauben an Jesu Christus, in dem wir verwurzelt sind.

~ Jürgen Meyer