Juni 2019

Gemeindefest am 16.06.2019 in Leubsdorf

In den letzten und in den kommenden Wochen haben die Kirchenvorstände alle Hände voll zu tun. Ein für alle drei Gemeinden bedeutsames Ereignis ist der Zusammenschluss zur vereinigten Ev.-Luth. Kirchgemeinde Borstendorf-Schellenberg-Leubsdorf (wenn dieser Name genehmigt wird).

Die Vereinigung der bisherigen Schwesterkirchgemeinden haben die Kirchgemeinden um Oederan und auch um Eppendorf für sich als die Form der Zusammenarbeit gewählt. Wir meinen damit ein Höchstmaß an bisher gewachsenem Leben bewahren zu können.

Das gemeinsame Glauben und Leben in den Gemeinden wird wie bisher auch, weniger von organisatorischen Gegebenheiten, als vielmehr von persönlichen Beziehungen zu Jesus und untereinander bestimmt sein.

Deshalb haben wir für das Gemeindefest eine biblische Geschichte ausgesucht, die einen Konflikt zeigt und dessen Lösung. Jakob überlistet seinen Zwillingsbruder Esau und muss fliehen. In der Fremde bestätigt es sich immer wieder, dass er der Gesegnete ist. Gott erzieht ihn aber auch. Schließlich kommt es zur schwer umkämpften Versöhnung.

Alle Gemeindekreise sind eingeladen, einen Beitrag zu gestalten.

Wir freuen uns auf die vielfältig gestaltete Zeit zwischen 9.30 Uhr in der Kirche und dem anschließenden Mittagessen im Pfarrhaus. Es kann ein Zusammensein werden, bei dem sehr viele aus der Gemeinde beteiligt sind, wir ein tiefes Verständnis füreinander gewinnen und trotzdem locker und fröhlich sein können.

Allen ein herzliches Willkommen!

~ Pfarrer Bernd Schieritz

Mai 2019

Mai

„Du sollst dir kein Bild(nis) machen.“ (2. Mose 20,4)

Das ist die Sünde früherer und heutiger Zeit. Wir machen aus dem Menschen ein Bild, das wir anbeten oder … das wir schlagen können.

Wir machen aus dem Juden den Sündenbock und vernichten ihn. …

Wir machen aus dem Arbeitgeber den Typ des Herrschers, gegen den jede Opposition recht ist. Wir machen aus den Arbeitnehmern den Typ der dauernd Unzufriedenen, gegenüber denen nur Druck am Platz ist.

Wir machen aus den Vorgesetzten den Typ solcher Aussauger, die man betrügen muss. Wir machen aus den Untergebenen den Typ der Schleimer, die wir übersehen können. So rückt sich sehr bald ein Bild vor des anderen Angesicht, um mit ihm fertig zu werden.

Das wusste Gott, dass sich durch diese Sünde der Mensch am anderen vergreifen wird. Darum das Gebot: Du sollst dir kein Bildnis machen!

Wir sollten heute darüber nachdenken: Habe ich mir ein Bild vom anderen gemacht, das gar nicht das Bild ist, das Gott ihm gab?

Ist die brüllende Person vielleicht ein ganz armer Mensch? Ist die stille Person eine heimliche Patientin? Ist der Machthaber ein von Dämonen Verfolgter? –

Gebet: Herr, lehre mich, die Menschen mit deinen Augen zu sehen. Bewahre mich davor, am allernächsten Menschen schuldig zu werden. Zeige mir, wer unter mir, unter meiner Art leidet. Heute noch will ich es ändern, Herr.

(Aus: Heinrich Giesen, „sehr persönlich“, 1974, S. 17)

Februar 2019

Februar 2019

LEO_2020 – Findungsgruppe arbeitet an neuen Gemeindestrukturen

LEO_2020 – schon mal gehört?

Diese Abkürzung steht für die Kirchgemeinden

  • Leubsdorf (mit Schellenberg und Borstendorf)
  • Eppendorf (mit Kleinhartmannsdorf, Großwaltersdorf und Gahlenz)
  • Oederan (mit Frankenstein und Kirchbach)

Vertreter und Vertreterinnen aller zehn genannten Kirchgemeinden beraten seit Oktober letzten Jahres in einer gemeinsamen Findungsgruppe über die künftige Zusammenarbeit. Nach Beschlüssen der Synoden unserer Landeskirche und unseres Kirchenbezirks sollen die genannten Kirchgemeinden ab 2020 enger zusammenarbeiten.

Dafür werden im Moment drei verschiedene Modelle diskutiert:

So könnte ein neues Schwesterkirchverhältnis gebildet werden. Dazu müssten sich einige bisher eigenständige Kirchgemeinden (zum Beispiel Oederan, Frankenstein und Kirchbach) vereinigen, um dann ein größeres, regionales Schwesterkirchverhältnis (aus maximal sechs eigenständigen Kirchgemeinden) zu bilden. Dieser Weg erhält vergleichsweise viel Selbstständigkeit vor Ort bzw. in eingespielten Zusammenhängen. Ein Schwesterkirchverhältnis kann später noch zu einer intensiveren Verbindung wachsen.

Ein anderer Weg ist die Gründung eines Kirchgemeindebundes, auf den verschiedene rechtliche Aufgaben der bisherigen Kirchgemeinden übergehen (vor allem Anstellungen, Haushalt). Andere Aufgabenbereiche würden weiter vor Ort verbleiben. So würde eine intensivere Verbindung der Kirchgemeinden als im Schwesterkirchverhältnis entstehen.

Die dritte aktuell diskutierte Variante ist ein Kirchspiel. Dann würden die bisherigen Kirchgemeinden zwar dem Namen nach erhalten bleiben. Allerdings würden die meisten rechtlichen Entscheidungskompetenzen auf das neue Kirchspiel und seinen zu wählenden Vorstand übergehen. Bei dieser Variante werden Aufgaben und Zuständigkeiten vergleichsweise stark gebündelt.

Alle drei Varianten erhalten jedoch Gestaltungsraum für das Gemeindeleben vor Ort.

Die Findungsgruppe LEO_2020 prüft derzeit die Vor- und Nachteile der möglichen Varianten. Ziel ist es, den Kirchenvorständen für ihre bis zum Frühsommer nötige Entscheidung einen abgestimmten Vorschlag zu machen. Angesichts der Bedeutung dieser Aufgabe haben sich die Mitglieder der Findungsgruppe LEO_2020 darauf verständigt, möglichst die Beheimatung vor Ort zu bewahren, einen Konsens zu suchen und auf Ausgleich bedacht zu beraten. Sie bemühen sich um Fairness und Offenheit. Deswegen sollen die Vorschläge der Findungsgruppe in den Kirchenvorständen und Kirchgemeinden rechtzeitig erläutert und diskutiert werden.

Wenn Sie jetzt schon Fragen oder Anregungen dazu haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Kirchvorsteher und Kirchvorsteherinnen, den Pfarrer oder an den Leiter der Findungsgruppe, Pfarrer Benjamin Roßner (benjamin.rossner@evlks.de).

Und falls Ihnen ein passender Name für die neue Region einfällt … ja, OLE! geht auch.

~ Pfarrer Benjamin Roßner (Gemeindepfarrer Oederan – Frankenstein – Kirchbach)

Januar 2019

Januar

Die Jahreslosung für 2019 lautet:

Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)


Das klingt wie Verfolgungsjagd beim „Tatort“ oder bei Formel 1.

Wahrscheinlich ist es auch so gemeint. Denn nur der Einsatz aller Kräfte führt zum Erfolg. In der Bibel geht es auch um den Zusammenhang zwischen unserem Reden und Handeln. Unser Reden kommt aus dem Herzen, ob es nun überlegt oder unüberlegt ist. Auch wenn jemand meint: „Das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen!“, dann gab es eben hinter und unter seinem Willen eine stärkere Absicht, die sich endlich einmal Gehör verschaffen wollte. Aus diesem Grund braucht es Frieden, der unser ganzes Herz erreicht hat.

Als König David von seinem Verfolger Saul gejagt wurde, sollte er ausgelöscht werden. Verfolgung gehört schon immer zur Lebenswirklichkeit der Juden. In den ersten Jahrhunderten und letzten Jahrzehnten erlebten und erleben auch Christen gewaltigen Widerstand. In einer solchen Situation nimmt Petrus das Psalmwort auf und ruft den Gemeindegliedern zu, die damals wie heute so entwürdigt wurden und werden: „Suche den Frieden und jage ihm nach.“

Es heißt nicht „Jage deinen Feind!“, sondern „Verfolge den Frieden!“, und zwar solange, bis du ihn eingeholt hast. Und wenn du mit ihm Kontakt hast, kann es fließen, kann sein Frieden auf dich und in dein Inneres übertragen werden. Gerade in der Weihnachtsbotschaft haben wir gehört, dass echter, nachhaltiger, belastbarer Frieden ohne den himmlischen Vater nicht möglich ist. Denn die Engel sagten: „Ehre sei Gott in der Höhe und (dann entsteht) Friede auf Erden.“

Wie wäre das, wenn es klein in unserem persönlichen Leben beginnt?

In diesem Sinn – ein gutes neues Jahr!

~ Bernd Schieritz

Dezember 2018

Dezember

Jemand, der im Sommer aus Afghanistan nach Deutschland gekommen ist, erlebt besonders im Erzgebirge im Dezember die Verwandlung der Häuser, Dörfer und Städte. Was wird in dieser Person vorgehen? Beim Bummel durch die großen Märkte kommt ihr der Gedanke: Ja, genau deshalb bin ich hierhergekommen! Hier ist das Schlaraffenland, der Himmel auf Erden! Da die Personen womöglich noch nicht so viel deutsche Sprache verstehen kann, möchte sie sich ihr eigenes Bild machen, ohne jemanden zu fragen, weshalb wir das tun. Zu welchem Ergebnis würde sie kommen?

Weihnachten hat in unserem Kulturkreis sehr viel mit aufbauen und abbauen, hinräumen und wegräumen, kochen, backen, schenken und kaufen zu tun. Es ist für uns sehr angenehm, das tun zu können. Vielleicht sollten wir uns damit zufrieden geben. Das ist doch mit ein paar freien Tagen und abschließendem Silvesterrummel nicht zu verachten.

Was wollen wir eigentlich in der Kirche mit Weihnachten sagen?

Wir schauen uns genauer an, dass Jesus geboren wurde. Wann, wo, wozu, für wen? Die Krippenspiele versuchen, diese historische Tatsache in unser heutiges Leben hineinzunehmen. Z. B. sein Name. Den gab ihm seine Mutter auf Anraten des Engels. Jesus bedeutet übersetzt „Hilfe, Rettung“. Sein Name ist Programm. „Euch ist heute der Retter geboren,“ und zwar „für das gesamte Volk“, sagte der Engel. Für Arme und Reiche, für Kranke und Gesunde, für Frauen und Männer, für Suchende und Sichere, jedenfalls auch für dich.

Und retten will er uns vor allem aus: „Geht mich nichts an!“, „Ich bin zu unbedeutend!“ „Alles nur Hirngespinst!“

Aber Rettung aus Beziehungskrise, Erziehungskrise, Finanzkrise, Selbstwertkrise, u.a. Fragen – „da ist doch sicher etwas dabei“!

Damit gewinnt Weihnachten auch Bedeutung über den Jahreswechsel hinaus.

~ Pfarrer Bernd Schieritz

November 2018

Ist das nicht eine Zumutung, so mitten im Lauf des Alltages sich mit dem Ende des Lebens zu beschäftigen?

Bei dem diesjährigen Dauer-Sommer ist es kaum vorstellbar, dass nun eine trübere und dunklere Zeit kommen könnte. Der Monat November bildet natürlicherweise ab, wie in der Natur alles zurückgeht und sich das Leben von außen nach innen verlagert.

Im November endet das Kirchenjahr. Wir gedenken der Verstorbenen. Wir denken über Tod und Sterben nach. Ein Thema, mit dem sich nur diejenigen auseinandersetzen, die es müssen, weil sie einen direkten Anlass dazu haben. Zu unrecht.

“Ich glaube, jeder Mensch, der mit dem Tod im Reinen ist, kann besser lebendig sein.“ (W. Wenders)

Gerade unter jungen Menschen gibt es auch eine gewisse Sympathie für den Tod. Auf der Kleidung, in spezieller Musik, durch Rituale in schwarzen Messen und auch durch die Übernahme von Lehren aus nicht-christlichen Religionen geschieht eine Annäherung an diese Macht oder gar ein Bündnis mit ihr. Bestenfalls, um den Schrecken zu verlieren, schlimmstenfalls, weil Menschen keine andere Lösung sehen.

Wenn ich diese Frage lieber wegschiebe ist es ein Zeichen dafür, dass ich Handlungsbedarf habe. Diese Frage ist richtig nervig, weil sie sehr tief geht. Weil sie das gesamte Leben betrifft. Und gerade jetzt wollen wir in unserem Lauf des Lebens nicht aufgehalten werden.

Die Frage nach dem Tod ist letztlich so umfassend, wie die Frage nach dem Leben. Und das ist das Gute daran: Wenn wir jemanden für unser Leben gefunden haben, dann haben wir auch jemanden im Sterben. Wenn diese Kraft für alle Höhen und Tiefen des Lebens ausreicht, dann brauchen wir den letzten Fragen nicht mehr auszuweichen.

Der Apostel Paulus schreibt: Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. (Brief an die Philipper 1,21) Deshalb: „[…] jeder Mensch, der mit dem Tod im Reinen ist, kann besser lebendig sein.“

 

~ Pfarrer Bernd Schieritz