August 2020

An einem kalten Januarmorgen 2007 betritt ein junger Mann in Alltagsbekleidung und Baseballkappe eine U-Bahn-Station in Washington. Viele Menschen sind unterwegs zur Arbeit. Der junge Mann holt seine Geige hervor, legt den Geigenkasten vor sich hin und beginnt zu spielen. Es dauert ein paar Minuten, bis der erste Passant den Geiger bemerkt. Er verlangsamt seinen Schritt für ein paar Sekunden, aber er unterbricht seinen Weg nicht. Kurz darauf wirft eine Frau den ersten Dollar in den Geigenkasten, aber sie bleibt nicht stehen. Ein junger Mann hält inne um zuzuhören und lehnt sich an die Wand. Aber nach einem kurzen Blick auf seine Uhr geht er abrupt weiter.

Der Geiger spielt und spielt, fast eine Dreiviertelstunde Stücke von Bach, Schubert und anderen Komponisten klassischer Musik. Zum Schluss bleibt eine Frau mit einem Plastikbeutel stehen, erst ungläubig, dann bewundernd. Sie hat den Mann erkannt. Es ist Joshua Bell. einer der besten Musiker unserer Zeit.

Mehr als 1000 Menschen sind an ihm vorbei gekommen. Weniger als zehn Menschen sind stehen geblieben, um ihn für kurze Zeit zuzuhören. Etwa 25 Passanten warfen insgesamt 32 Dollar in den Geigenkasten. Er spielte unter anderem eines der komplexesten und schwierigsten Musikstücke von Johann Sebastian Bach (“Chaconne in d-Moll”). Die Geige, auf der er spielte, war 3,6 Millionen Dollar wert. Ein paar Abende zuvor hatte Joshua Bell vor ausverkauftem Haus in Boston das gleiche Konzert. Die Karten kosteten durchschnittlich 100 Dollar.

Die Zeitung “Washington Post” hatte dieses Experiment in Auftrag gegeben. Sie wollte herausfinden, ob Menschen Schönheit auch in einem ganz alltäglichen Umfeld und zu unpassender Zeit wahrnehmen. Auch, ob sie sich in einem festgelegten Tagesablauf von besonderen Augenblicken berühren lassen können.

(Aus: Karin Seethaler, “Die Kraft der Kontemplation”, S. 62 f)

 

lch habe mich gefragt, ob Gott nicht in unserem Alltag wichtige und schöne Momente arrangiert. Wir dürfen uns bewusst machen, dass Gott auch in Zeiten von Anspannung, Verpflichtungen und intensiver Arbeit seinen Schatz im Acker verborgen hat. Und er ermutigt uns zu besonderer Aufmerksamkeit im Urlaub, wenn uns Betriebsamkeit und Zeitdruck nicht in Atem halten.

Wenn Gott mit uns reden oder auf etwas aufmerksam machen möchte, dann brauchen wir nicht aus Anstand inne zu halten, sondern weil wir sonst Leben verpassen, weil wir sonst IHN selbst verpassen.

~ Pfarrer Bernd Schieritz

Juli 2020

Ihr Lieben,

aus heizungstechnischen Gründen mussten wir vor fünfzehn Jahren über die Hälfe unseres Grundstückes ausbaggern lassen, um Leitungen zu verlegen. Es entstanden beängstigend hohe Berge an Erdaushub und ich bezweifelte, ob ich wirklich die richtige Heizungsvariante gewählt hatte. Leider ließ es sich aus Platzgründen nicht vermeiden, das von meiner Frau gepflegte Erdbeerbeet als Zwischenlager für Tonnen von Dreck zu benutzen.

Wir legten also schwere Gummimatten darüber und der Bagger tat seine Arbeit. Nach ein paar Wochen entlasteten wir das Beet und entfernten die Matten. Es gab schon glücklichere Momente in unserem Eheleben als dieser erbärmliche Anblick, der sich uns da bot! Lohnte es sich wirklich noch, die nur noch zu erahnenden Pflanzen ins Leben zurückzuholen?

Meine Frau kämpfte um jede Pflanze, hackte, düngte und goss liebevoll. Das Resultat war überwältigend. Selten habe ich solche herrlichen Erdbeeren gesehen. Eine Ernte wie im Bilderbuch!

Was war geschehen? Die Pflanzen mussten unter dem gewaltigen Druck, um zu überleben, ihre Wurzeln mit Wasser und Nährstoffen anreichern und wuchsen deshalb erst einmal in die Tiefe. Als die Last weggenommen war, konnten sie mit Hilfe meiner Frau und der Wärme des Sonnenlichts umso kraftvoller wachsen und wunderbare Früchte tragen.

Die gegenwärtige Situation ist auch für die meisten von uns eine richtige Last, die wir aushalten müssen. Wenn wir durchhalten und nicht aufgeben, werden auch unsere Glaubens-Wurzeln wachsen und gestärkt. Wenn wir uns mit dem lebendigen Wasser und den Nährstoffen aus der Bibel ernähren, werden wir umso kraftvoller aus dieser belastenden Zeit hervorgehen. Einmal wird die Entlastung kommen und ich bin überzeugt, dass wir mit Hilfe Seines Lichts bessere Früchte hervorbringen werden, als wir ahnen können.

~ Jürgen Meyer, Andacht vom 25.04.2020

Juni 2020

Wir leben in einer angespannten Situation. Einerseits können wir sehr dankbar sein, dass in unserem Bereich gesundheitlich, von Infektionen her, nur wenige Menschen vom Corona-Virus betroffen sind. Andererseits scheint es noch lange zu dauern, bis alles wieder im „grünen Bereich“ ist.

Ich frage mich, weshalb Ängste und Aggressionen gerade mit der Lockerung der Einschränkungen unserer Freiheiten an die Oberfläche gekommen sind? Vielleicht, weil der Schmerz erst so richtig mit dem Nachlassen der Ursache fühlbar wird. Wenn der Schock weicht, fühlt man den Schrecken. Wenn sich das Hochwasser verläuft, wird das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Manche werden im Urlaub oder im Ruhestand krank, weil die Anforderungen nachlassen. Und die Angst um die wirtschaftliche Zukunft! In dieser Gesellschaft bekommt man nur etwas, wenn man sich deutlich zu Wort meldet und die Anstrengungen noch einmal erhöht!

Und die Angst, unterzugehen, fremdbestimmt, beherrscht zu werden. Es ist wie, als ob wir auf den OP-Tisch müssten und die Selbstkontrolle verlieren würden. Denn es kursieren Befürchtungen, dass Regierungen und andere Kräfte diese Schwäche und Krise ausnutzen, um „die Stunde der UNO“ schlagen zu lassen, irgendeine Welteinheitsregierung und -Religion zu installieren und Zwangsmaßnahmen einführen, die wir in der Not zwar notwendig finden, aber anschließend nicht mehr abzuwenden sind.

Ich denke nicht, dass diese Zeit gekommen ist.

In der Bibel steht jedoch, dass so etwas kommen wird. Das macht Angst. Jesus weiß das.

Deshalb stehen diese Ankündigungen erst nach den vielen Kapiteln, in denen wir JESUS als Arzt körperlicher und seelischer Krankheiten, als Versorger in Not, als Freund der Kinder, als Befreier von Zwängen, Angst und Tod erleben. Und dann gibt er sogar noch sein Leben für die, die ihn auslachen, ignorieren oder gar nicht kennen. Und dann sehen wir ihn als den Auferstanden. Und dann als den, der mit der Himmelfahrt in den Herrschaftsbereich Gottes zurückgegangen ist und nun Vollmacht über den ganzen Kosmos hat. Und dann sendet er Seinen Geist. Damit wir nicht daneben stehen, sondern Sein Leben in uns tragen können.

Gab und gibt es auf dieser Welt eine Führungsperson, die so vertrauenswürdig ist? ER führt aus der Enge der Angst in die Weite des Lebens.

~ Pfarrer Bernd Schieritz

Mai 2020

Liebe Leserinnen und Leser dieses Grußes,

es braucht in diesen besonderen Zeiten schon fast eine prophetische Gabe, um drei Wochen zuvor etwas zu schreiben, was auch dann noch Gültigkeit haben könnte, wenn Sie den Lokalanzeiger lesen werden.

Ich beginne einfach mal mit dem gegenwärtigen Erleben.

Wir werden durch die Medien sehr gut über die Dynamik der Corona-Pandemie informiert. Das hilft etwas gegen Angst und Ohnmacht.

Wir haben und nehmen Anteil an Situationen, in denen Personen gesundheitlich bedroht und medizinisches Personal und Verantwortliche in der Politik in noch höherem Maß als sonst schon gefordert sind. Und doch bleibt ein Rest an Fragen, die wir meist nur im Zweiergespräch stellen können.

Wenn unterwegs oder im Dorf ein solcher Kontakt entsteht und es gelingt, offen auf wesentliche Fragen zu sprechen zu kommen, dann ist das sehr wohltuend und bewegend. Viele machen sich über Zusammenhänge Gedanken, die im Fernsehen nicht angesprochen werden.

Zum Beispiel: „Hoffentlich geht es nach dem Abklingen der Krise nicht weiter wie bisher!“ (Arbeitgeber und Arbeitnehmer, deren materielle Zukunft auf dem Spiel steht, können zu wirtschaftlichen Opfern werden. Das wollen wir nicht übersehen!) Ich glaube, Menschen drücken damit ihre Sehnsucht aus, nicht in der Überspanntheit der Anforderungen aus der Vor-Corona-Zeit weiterleben zu müssen.

Aber, kann das funktionieren? Unsere Gesellschaft scheint auf ein ständiges Wirtschaftswachstum angewiesen zu sein. Was würde dann geschehen, wenn wir den einfacheren Lebensstil beibehalten? Zumindest die Schöpfung atmet auf.

Wenn sich vermutlich durch diese Krise nichts ändern wird – außer, dass der Ruf nach noch mehr Zentralismus lauter wird – können wir für unser persönliches Leben Weichen neu stellen:

  • Mehrmals am Tag innehalten und sich fünf Gegebenheiten bewusst machen, für die ich dankbar bin.
  • Die Frage beantworten: Auf welche selbstauferlegte Belastung kann ich in Zukunft verzichten?
  • Welche Rolle spielt Jesus Christus z.Z. in meinem Leben und welchen Platz soll ER in Zukunft haben? (Erzähle jemanden von deiner Entscheidung und bitte die Person darum, für dich zu beten.)

~ Pfarrer Bernd Schieritz

Impuls Di, 14. April

Ihr Lieben, mit vollem Munde spricht man nicht wurde uns Kindern beigebracht. Mit vollem Munde spricht man nicht, vor allem, wenn man nichts zu sagen hat oder das Gesagte nur Schrott ist. Vollmundig und lautstark proklamierte die DDR – Führung, ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein.

Das war eine offene Kampfansage gegen Gott. Wir wissen, wie der Kampf ausgegangen ist. Die DDR existiert durch ein Wunder Gottes nicht mehr. Nach der Wiedervereinigung versuchen wir nun zusammen Gott aus unserem Land zu treiben. Aus Schulen, Universitäten, Gerichtshöfen, aus der Regierung und sogar aus manchen Kirchen hat man IHN fast völlig verbannt. Wir schaffen das allein, also ohne Gott, heißt die Devise. Wieder eine Kampfansage gegen Gott. Man braucht kein Prophet zu sein, um das zu erkennen, wie es ausgehen wird.

Es werden uns täglich die Zahlen von Coronatoten präsentiert und das ist ja auch schlimm, aber warum wird uns nicht die Zahl der täglich abgetriebenen Babys mitgeteilt, die ist um ein vielfaches höher. Es ist ein Unding, dass geplante Operationen wegen Corona verschoben worden sind, die Abtreibungen aber unvermindert weitergehen. Das stinkt zum Himmel! Mittlerweile ist der gefährlichste Ort der Welt der Bauch einer werdenden Mutter. Kinder können selbst entscheiden, ob sie Männlein oder Weiblein sein wollen. Ich muss mich halb entschuldigen, dass ich mit einer Frau verheiratet bin. Gesetze werden verabschiedet, die an einem klaren Menschenverstand zweifeln lassen. Sind wir eigentlich noch normal?

Ich bete, dass wenn die Coronawolke sich wieder verzogen hat, wir uns nicht wieder selbst auf die Schulter klopfen und uns gegenseitig Orden an die Brust heften und sagen, wir haben es wieder einmal allein geschafft. Wenn wir Gott nicht wieder in den Mittelpunkt stellen, versinken wir im eigenen Morast mit der Bierflasche in der Hand und merken es nicht einmal. Die Titanic konnte dem Eisberg nicht mehr ausweichen, er wurde trotz Warnung zu spät erkannt. Wir sind nicht mehr weit entfernt, aber wir können die Kurve noch kriegen.

Aber ich habe große Hoffnung. Gott sei Dank gibt es in unserem deutschen Vaterland Menschen, vor allem junge Menschen, die schon seit Jahren, manche rund um die Uhr, für unser Land in den Riss treten. Leute, die mit ihren Gebeten Gott in den Ohren liegen, dass unser Volk von seinen falschen Wegen umkehrt und ER es heilen kann. Dass der Heilige Geist in unsere Regierung hineinweht und sie zum Wohle des Volkes und zu Gottes Ehre regiert. Damit wir zum Segen für andere Völker und für Israel werden. Reihe dich mit ein, ein Fürbitter, ein Kämpfer für unser Volk zu sein. Ich bin überzeugt, dann schaffen wir das, aber nur mit GOTTES Hilfe.

~ Jürgen Meyer

Impuls Mo, 13. April

Ihr Lieben, vor der Wende, also zu DDR Zeiten, war es üblich, dass man sein Schaf, wenn man eines hatte, an eine Kette anpflockte. Das Tier wurde erst weitergesteckt, wenn es ordentlich abgefressen hatte. Ich habe das auch eine Zeit lang so praktiziert. Unser Schaf erschrak bei jedem vorbeifahrenden Fahrzeug so sehr, dass es panisch losrannte, bis sich die Kette straffte, es ihm die Beine wegzog und es sich fast das Genick brach. Das konnte bis zu fünfzig Mal am Tag sein. Manchmal lief es im Kreis und die Kette verfitzte sich am Pflock, dadurch wurde sein Aktionsradius immer enger, bis es sich kaum noch bewegen konnte und es blökend aus der Wolle guckte.
Heute werden die Schafe meistens in kleinen ordentlich abgesteckten Weiden gehalten. Da wiederum kann man beobachten, dass die Schafe jedem Spaziergänger hinterherblöken oder laut und lang der Nachbarherde antworten, wenn die sich meldet, obwohl sie genug zu fressen haben.
Es gibt aber auch Schafe, das haben wir mal im Urlaub live erlebt, die leben in aller Freiheit und trotten, gemütlich grasend ihrem Hirten hinterher. Sie schienen zufrieden zu sein und wirkten sehr entspannt und unaufgeregt.

Zu welcher, der drei Sorten gehörst du? Zu den ersten, den ängstlich hektischen, die scheinbar immer im Kreis gehen und sich bei fast jeder Gefahr das Genick brechen, und deren Lebensradius immer enger zu werden scheint? Oder zu den Zweiten, die ,obwohl sie genug zu fressen haben, mitblöken, wenn andere blöken und wissen oft gar nicht warum?
Oder gehörst du zu der letzten Gruppe, den ruhigen, entspannten, die gemütlich dem Hirten hinterherlaufen, der sie immer zu frischen Futter führt?

Ich bin seit vierzig Jahren in der letzten Abteilung. Ich habe mich dazu entschieden, weil mich der Hirte gefragt hat, ob ich mit in seine Herde kommen möchte. ER würde für mich sorgen. Ich habe damals Ja gesagt, obwohl ich nicht wusste, ob das funktionieren würde. Nicht einen Tag habe ich seitdem bereut in dieser Herde zu sein. Mein Hirte ist wirklich ein guter Hirte. Er hat bis jetzt alles gehaltenen, was ER versprochen hat. ER weidet mich auf einer grünen Aue, ich habe von allem genug und fühle mich total geschützt und dazu gibt es in dieser Herde prächtige Tiere. Ich kann dich nur ermutigen, sei kein dummes Schaf und komme mit. Es ist so schön und am meisten freut sich der gute Hirte.

~ Jürgen Meyer

Impuls So, 12. April

Ihr Lieben, ich war als Kind nicht gerade eine Leseratte, aber ein Buch habe ich geliebt. Die Märchen der Gebrüder Grimm. Jetzt kann man über das Lesen von Märchen geteilter Meinung sein, gerade als Christ. Meine Frau und ich, wir haben unseren Kindern bewusst keine Märchen vorgelesen. Ob das richtig oder falsch war, wir wissen es nicht. Aber was mich als Kind an Märchen fasziniert und begeistert hat ist, dass am Ende immer das Gute über das Böse gesiegt hat.

Auch wenn das Rotkäppchen und die Großmutter vom Wolf gefressen wurden, zum Schluss waren alle glücklich, lebendig und munter und der Wolf war tot. Auch wenn Hänsel und Gretel von der Hexe verspeist werden sollten, zum Schluss waren alle gesund und die Hexe tot. Bei vielen Geschichten wurde der Prinz oder die Prinzessin in ein hässliches Tier verzaubert, aber durch die hingegebene durchhaltende Liebe eines Menschen wurde der Bann gebrochen und der Zauber war vorbei. Die Liebe hatte gesiegt.

Wir haben früher gedacht, wir können unseren Kindern die Grausamkeiten in den Märchen nicht zumuten, aber wisst ihr, die Grausamkeiten, die man Jesus angetan hat, sind kaum zu überbieten. Verraten, wie ein Verbrecher gefesselt und abgeführt, angespuckt und geschlagen, eine Krone aus spitzen Dornen auf sein Haupt gedrückt, bestialisch ausgepeitscht bis auf’s Fleisch und dann wie ein Mörder an ein Holzkreuz genagelt, um dann unter dem höhnischen Gelächter der Menschen qualvoll zu sterben.
Für die Menschen, die ER so sehr liebt. ER ließ sich schlachten wie ein Lamm, für mich, für dich, für uns alle. Aber durch sein Leiden und Sterben ist der Bann gebrochen, das Böse besiegt. Am dritten Tag ist ER auferstanden. ER lebt und wir sind befreit. Und das ist kein Märchen.

GOTT
SEI
DANK!

~ Jürgen Meyer

Impuls Sa, 11. April

Ihr Lieben, unsere jüngste Tochter und ihr Freund wollen in diesem Jahr heiraten. Sie freuen sich schon sehr auf diesen Tag, denn es soll ja der schönste in ihrem Leben sein. Die Vorbereitungem sind schon in vollem Gang, es ist ja auch an so viel zu denken. Das Hochzeitskleid und der Anzug, die Eheringe, der Festsaal, das Essen und Trinken, das Auto, die Friseuse, die Fotografin, die Einladungen schreiben, die Streukinder usw, usw. Das Erstellen der Gästeliste ist ein kleiner Höhepunkt bei allen Vorbereitungen. Wen laden wir ein? Es sollen Menschen sein, die sie lieben und ihr Leben bereichert und begleitet haben. Jetzt stellt euch einmal vor, alles ist vorbereitet und es sind nur noch wenige Tage bis zur Hochzeit. Die Spannung steigt und die Vorfreude ist riesengroß.
Da bekommen die zwei etliche Nachrichten auf ihrem Handy. Eine junge Frau schreibt: “Hallo, wir müssen euch leider mitteilen, dass wir zur Hochzeitsfeier nicht kommen können, weil mein Mann eine Karte zum Pokalendspiel Bayern gegen Dortmund bekommen hat. Da gibts für ihn natürlich kein Halten. Sorry, feiert schön.”
Einer schreibt: “Hey, ihr beiden. Ich hoffe, es ist für euch nicht so tragisch, wenn wir zu eurem großen Fest nicht kommen können. Wir haben im Internet unser Traumauto gefunden. Wir können es uns am Samstag anschauen. Cool, nicht? Tut uns leid, aber das versteht ihr sicher.”
So sagen viele der geladen Gäste ab. Wie würde es meiner Tochter und ihrem Freund da zumute sein?

So geschehen in einer von Jesus erzählten Geschichte (Matth. 22, 1-10).

Der König, der zum Hochzeitsfest eingeladen hatte, war so entrüstet, dass die geladenen Gäste nicht kamen, dass er seinen Dienern befahl: “Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht wert. Darum geht auf die Straßen, an die Hecken und Zäune und ladet ein, wen ihr findet.” Die Leute hatten billige Ausreden, um nicht zum Fest zu kommen und ahnten nicht, was sie verpaßten.

Jesus lädt auch dich zu diesem großen Hochzeitsfest, was einmal im Himmel sein wird, ganz herzlich ein. Du gehörst zu den geladenen Gästen. Kommst du, oder hast du noch was “Besseres” vor? Jesus selbst bezeichnet sich als der Bräutigam und wir, die an Ihn glauben, sind seine Braut – Gemeinde. Wenn auch du zu seiner Braut gehören willst, dann komm! Ich glaube, Er macht dir heute gerade einen Heiratsantrag. Such dir einen Trauzeugen und sag: Ja, ich will.

ER wird dich glücklich machen, denn ER ist treu und nicht, bis das der Tod euch scheidet, denn die Zeiten sind vorbei. Jesus hat den Tod am Kreuz besiegt, bis in alle Ewigkeit.

~ Jürgen Meyer

Impuls Fr, 10. April

Ihr Lieben, als ich ungefähr zehn Jahre alt war, besuchte ich wieder einmal meine Großeltern in ihrem schönen alten Bauerngut. Ich war gerne hier und liebte sie sehr. Es war ein herrlicher Sommertag und ich war guter Dinge, bis meine Oma ganz aufgeregt ins Haus kam und uns mitteilte, dass ein schweres Gewitter auf uns zu kommen würde. Mein Großvater und ich gingen vor die Tür und es war wirklich krass, was sich da am Horizont für eine Wolkenwand auftürmte. Je näher das Unwetter kam, um so bedrohlicher sah es aus. Als der Sturm anfing zu toben und die ersten Blitze krachend einschlugen, war es aus mit meiner Oma. “Das ist der Weltuntergang” schrie sie und wir mussten alle ins Wohnzimmer uns hinknien und gefühlte einhundert mal das Vaterunser beten. Da ich noch keinen Weltuntergang miterlebt hatte, war ich total überfordert, vor Angst wie gelähmt und hatte meine Schließmuskel nicht mehr unter Kontrolle. Ich weiß nicht mehr wie lange es gedauert hatte, aber irgendwann war der Spuk vorbei. Ich ging vorsichtig und zitternd mit nach draußen und stellte fest, dass die Welt noch nicht untergegangen war. Es lagen zwar ein paar Äste ‘rum, aber die Sonne schien, die Luft war sauber und roch sehr sauber und würzig.
Das Fazit dieser Geschichte war, durch die Hysterie meiner Großmutter hatte ich ungefähr vier Jahre panische Angst vor jeder dunklen Wolke die am Himmel auftauchte. Egal wo ich war, ob im Freibad oder auf dem Fußballplatz, ich stürmte sofort nach Hause, wenn die ersten Anzeichen des nächsten “Weltuntergangs” sichtbar wurden.
Wirklich.
An diese Geschichte musste ich denken, wenn ich die gegenwärtige Situation betrachte. Weltuntergangsstimmung, Panik, lähmende Angst. Was meine Oma angeordnet hatte, war nicht falsch. Auf die Knie gehen und beten ist auch jetzt unbedingt nötig, aber nicht nur aus reiner Verzweiflung und mit voller Hose, sondern mit vollkommenen Vertrauen auf einen allmächtigen Gott, einen Vater, der alles im Griff hat, einen großen Herrn, über dessen Schreibtisch nichts geht, wo Er nicht sein Häkchen ran macht.
Wenn du auf die Wetterkarte Gottes blickst, dann ist gerade das Tief Corona zu sehen, aber dahinter kommt schon ein riesengroßes Hoch zusehen.
Das.
Hoch.
JESUS.
Hallelujah!

~ Jürgen Meyer

Impuls Do, 9. April

Ihr Lieben, vor zwei Wochen habe ich meine alte Schubkarre, die ich schon 25 Jahre auf Arbeit benutze und liebe, mit nach Hause genommen, um das kaputte Rad zu reparieren, welches die Luft nicht mehr halten konnte. Sie ist mindestens 50 Jahre alt und um den Reifen zu wechseln musste ich vier große Schrauben vom Gestell lösen. Aber was ich auch versuchte, sie waren mit den Jahren so festgerostet, dass ich keine Chance hatte, sie nur einen Millimeter zu bewegen. Ich versuchte es mit einem großen Hebel, erhitzte die Muttern, und besprühte sie mit Öl, nichts zu machen. Enttäuscht und frustriert stellte ich die alte Lady in die Ecke und wandte mich anderen Aufgaben zu.
Gestern hatte ich wieder “Lust” mich ihrer zu widmen und das Wunder geschah. Ich nahm einen normalen Maulschlüssel und ohne große Kraftanstrengung lösten sich die Muttern und ich konnte den Schlauch reparieren.
Was war passiert?
Das Öl, das ich auf die Teile gesprüht hatte, hatte sich in den 14 Tagen Gewindegang für Gewindegang durch die Schrauben gearbeitet und die “Lösung” bewirkt. Was für ein Aha-Erlebnis! Gott hat wieder zu mir gesprochen.

An manchen Problemen hängen wir ungeduldig und eigener Kraft und verzweifeln fast, weil sich nichts bewegt. Nimm alles ins Gebet und der Heiligen Geist (das Öl) wird den wichtigsten Part übernehmen. Oft haben wir aber nicht die nötige Geduld, weil die Geduld, dieses hohe Gut, in der heutigen schnelllebigen Zeit, fast völlig abhanden gekommen ist. Da betest du dass deine Kinder, dein Ehepartner zum Glauben kommen, aber nichts geschieht. Sprühe, glaube und warte! Dich belasten Probleme wie Angst, Krankheit, Zukunft, Arbeit usw. Spraye, glaube, warte. Deine Gemeinde möchte ein Gemeindezentrum bauen, es ist entmutigend. Spraye, glaube, warte. Und wie lange? Bis das Öl durchgezogen ist, aber dann handle, denn jetzt gehen die Muttern leicht auf.

~ Jürgen Meyer