Januar 2020

Das einzige Beständige ist der Wandel, lehrt die Erfahrung. Manche mögen es, wenn’s immer mal was Neues gibt. Andere warten eher ab. Seit dem 01.01.2020 heißt unsere nunmehr vereinigte Kirchgemeinde “Ev.-Luth. Kirchgemeinde Borstendorf-Schellenberg-Leubsdorf“. Im neuen Logo umkreisen die drei Orte auf ihren Bahnen das Kreuz. Wir sind jetzt Schwesterkirchgemeinde der „Vereinigten Ev.-Luth. Kirchgemeinde Eppendorf“ und der „Ev.-Luth. Kirchgemeinde Oederan“.

Bis zur Einführung des im September neu zu wählenden Kirchenvorstandes am 1. Advent 2020, werden die Kirchgemeinden noch vom bisherigen Kirchenvorstand geleitet.
Die Mitarbeiterinnen in der Verwaltung, die kirchenmusikalischen und gemeindepädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Pfarrerinnen und Pfarrer bleiben wie bisher für die einzelnen Orte zuständig. Mit dem neuen Jahr beginnt eine engere Zusammenarbeit der drei Kirchgemeinden. Ein Verbundausschuss wird die Angebote der einzelnen Kirchgemeinden in diesem größeren Zusammenhang aufeinander abstimmen. Für die kirchenamtliche Verwaltung und die Begleitung der Mitarbeiter wird mehr und mehr Pfarrer Roßner aus Oederan verantwortlich sein.
Dafür werden wir auch Dienste in den einzelnen Gemeindekreisen und in den Gottesdiensten in anderen Gemeinden übernehmen.
Über allem, was bleibt oder sich wandelt, wird im neuen Jahr die Losung stehen: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ Es gibt einen Glauben, den „hat man nicht“.
Er kommt von höherer Stelle. Er hat eine andere Qualität, als ich ihn aus mir selbst hervorbringen könnte. Ich sehe darin eine Chance für jede und jeden, die sich mit Jesus in diesem Jahr neu auf den Weg machen möchten. Wer bittet, dem wird gegeben. Nämlich von dem, der gesagt hat: („Der HERR ist mein Hirte,) mir wird nichts mangeln.“

Dezember 2019

Einfach leben
Bald werden wir die Wünsche wieder überall hören: „Frohes Fest!“, „Fröhliche Weihnachten!“. Die meisten haben genaue Vorstellungen davon, wie das geht.
Wir haben Gott sei Dank zur Zeit die Möglichkeiten, unsere Wünsche auf hohem Niveau zu erfüllen.
In diesem Jahr konnte ich bei Weihnachten an „einfach leben“ denken. Bisher hätte das für mich eher wie Selbstbestrafung geklungen. (Unsere Kinder sind schon aus dem Haus.)

Wie war es zu Beginn? Der Weg von Maria und Joseph führte von Nazareth im Norden Israels in den Süden. Hindurch durch Jerusalem, vorbei am Regierungspalast bis in die Pampa nach Bethlehem. Dort kam das Baby ohne Kerzenschein in einfachster Umgebung zur Welt. Als die Hirten kamen und einige Zeit später die Weisen aus dem Osten, konnten sie sich leicht und ganz auf den Retter konzentrieren. Denn sie wurden nicht üppig bewirtet und konnten auch keine hochdekorierte Wohnung bewundern. Jesus, der Retter, war einfach da. Nichts anderes war wichtig, als auf die Knie zu gehen und anzubeten.
Die Weisen brachten Geschenke mit. Für Maria und Joseph sicher eine notwendige Unterstützung. Aber vor allem waren sie prophetische Hinweise auf das Lebenswerk Jesu.

  • Gold – der König, der ohne weltliche Macht regiert.
  • Weihrauch – er betet, wird angebetet und erhört Gebet.
  • Myrrhe – er wird leiden und sterben, um die Welt zu erlösen. Damit wir einfach leben können.

Was braucht es also, um diesem Jesus begegnen zu können?
Vielleicht muss man erst so alt werden wie … um solche Gedanken zulassen zu können. Die meisten Menschen auf dieser Erde haben ohnehin nicht den Zugang zu den Annehmlichkeiten, die wir genießen können.

Wie können wir in dieser Adventszeit den Zugang finden zu diesem auch für uns geborenen Messias Jesus?

Oktober 2019

Irgendwo im Ausland wurde bei Touristen ins Auto eingebrochen und die wertvolle Fotoausrüstung, Geld und Ausweise gestohlen. Sie gingen sofort zur Polizei. Die Verständigung war gut möglich. Aufgebracht beschwerten sie sich bei den relativ ruhig wirkenden Beamten: „Wir kommen aus Deutschland. Wir haben ein Problem!“ Daraufhin entspannten sich die Polizisten und gratulierten ihnen freudig: „Das ist ja wunderbar, dass sie nur ein Problem haben! Wir haben hier Hunderte!“

Sicher sehen wir in Deutschland ebenso großen Bedarf, Ungerechtigkeiten, Not und drohender Gefahr zu begegnen! Die Wahlergebnisse zeigen, dass wir uns in einer kritischen Situation befinden! Viele leben mit einem Gefühl der Überforderung oder des Zornes. Es ist ein großer Kampf im Gang: Ich muss sehen, dass ich von der Torte großer Möglichkeiten ein gutes Stück ergattern kann! Und dann bleibt immer noch die Frage, ob es nicht noch besser oder mehr hätte sein können?!

Am 3. Oktober feiern wir 30 Jahre „Friedliche Revolution“ und am 9. November den Mauerfall. Es ist von enormer Wichtigkeit, sich an die Geschehnisse 1989 und davor zu erinnern. Besonders die über 35-Jährigen werden nachempfinden können, wie wichtig es ist, das Vergangene nicht zu vergessen. Das kostet Kraft – aber, es lohnt sich! Menschen haben damals ihr Leben riskiert. Denn früher durften wir nur wollen, was wir sollen. Das hat Hunderttausende auf die Straße gebracht!

Heute dürfen wir wieder denken. Wir dürfen reden. Wo wir schweigen, überlassen wir das Feld womöglich Strukturen der Zerstörung. Schimpfen und Jammern bringen nicht voran. Lasst uns in Gesprächen gut aufeinander hören und so reden, als ob wir öffentlich auftreten würden und Verantwortung für das Wohl des ganzen Ortes oder gar des ganzen Landes hätten! Unser Denken, Reden und Handeln begünstigt entweder Misstrauen und Hass oder Freundschaft und Segen. Jeder persönlich hat einen großen Einfluss!

 

~ Pfarrer Bernd Schieritz

September 2019

Kinder im Vorschulalter malen noch gern aus eigenem Antrieb.
Sie sind so frei, anschließend das Gemälde jemandem zu überreichen: “Das habe ich für dich gemalt.“ Es ist mitunter mehr ein Liebesbeweis, zumindest ein Annäherungsversuch, als ein Beweis des Könnens. Aber wir freuen uns darüber und finden anerkennende Worte.

Manchmal möchten Kinder unbedingt etwas erzählen. Weil sie die Aufmerksamkeit brauchen, nerven sie Mama oder Papa, bis sie Gehör finden. Fahrrad, Aussehen, Moped – auch Teenager und Jugendliche präsentieren sich. Und auch Erwachsene freuen sich zum Geburtstag und auch sonst, wenn sie anerkennende Worte und Bestätigung bekommen. Jedoch äußern sie ihre Erwartung meist etwas verschlüsselt.

Wie auch immer, wenn wir es hinkriegen, andere angemessen wert zu schätzen, können wir sie fördern und uns selbst dabei auch etwas Gutes tun. Der jetzt folgende Gedanke mag ein bisschen komisch klingen und auch den Glauben an einen Schöpfer voraussetzen: Könnte es sein, dass Gott uns Tag für Tag seine Welt zeigt und dabei fragt: „Na, was sagst du dazu? Wie findest du das?“ Vermutlich bin ich dann gerade bei der Arbeit und eilig unterwegs und habe keine Zeit, nach den Wolken zu sehen oder Dankbarkeit über ein paar Regentropfen zu empfinden. Oder mir bewusst zu machen, dass meine Atmung unbewusst funktioniert und auch an diesem Morgen, Gott sei Dank, alle auf Arbeit erschienen sind. Ist es wirklich selbstverständlich, dass eine nette Verkäuferin am Bäckerstand ein so breites Sortiment anbietet?

Gott ist nicht sauer auf uns, wenn wir undankbar und bitter vor uns hin leben.
Aber es scheint so zu sein, dass wir versauern, hart und fordernd werden, wenn vieles selbstverständlich wird. Ein Vorschlag: Nehmen wir die großen Themen Gesundheit, Familie, Arbeit, Gesellschaft, Glaube – vielleicht kostet es eine halbe Minute, sieben mal konkret “Danke für ……..“ zu sagen. Das wäre ein Signal an den Schöpfer, dass seine Geschenke auch bei uns angekommen sind.

Wenn sich genügend Leute finden, könnte es auch sein, dass es wieder mehr regnet. Falls nicht, wird es uns auf jeden Fall einen Hauch besser gehen.
„Der Prüfstein allen Glückes ist die Dankbarkeit.“ (G. K. Chesterton)

August 2019

Am 25. August gedenken die christlichen Gemeinden des Volkes Israel. Wir weisen dazu auf ein ergreifendes literarisches Werk hin. Leon Uris konnte 1958 sein Epos „Exodus“ veröffentlichen.

Millionen von Lesern wurden durch diesen in viele Sprachen übersetzten Roman zum ersten Mal mit der größten Tragödie des 20. Jahrhunderts konfrontiert.“ Wir erhalten Einblick in die Hintergründe der Geburt des Staates Israel. Es ist eine beeindruckende Geschichte, die viele historische Einsichten vermittelt. Im Vorwort heißt es: „Im Jahre 1946 hat England unter dem Druck der arabischen Welt die Einwanderung europäischer Juden in sein Mandatsgebiet Palästina für illegal erklärt und auf Zypern Auffanglager für jüdische Emigranten eingerichtet.“ Es ist erschütternd zu erfahren, wie jüdische Menschen, die der Vernichtung in einem KZ entgangen sind und Zuflucht auf einem Schiff fanden, das sie nach Palästina brachte, zurückgeschickt oder die Schiffe versenkt wurden.

Ein ermutigendes Beispiel, zum Volk der Juden zu stehen, gab dagegen das dänische Volk nach dem Vorbild seines Königs mit seiner Zivilcourage.

Vom deutschen Hauptquartier … erging die Verordnung: Alle Juden haben eine gelbe Armbinde mit dem Judenstern zu tragen. In der Nacht darauf übertrug der illegale Sender eine Botschaft an das dänische Volk: `König Christian hat vom Schloss Amalienborg aus auf die deutsche Anordnung, alle Juden hätten einen Judenstern zu tragen, die folgende Antwort erteilt. Der König hat erklärt, dass es zwischen einem Dänen und einem Juden keinerlei Unterschied gäbe. Er selbst wird als erster den Davidsstern tragen, und er erwartet, dass jeder loyale Däne das Gleiche tut. Am nächsten Tag trug fast die gesamte Bevölkerung von Kopenhagen Armbinden, auf denen der Davidsstern zu sehen war.

Am nächsten Tag hoben die Deutschen ihre Anordnung wieder auf.“ (Seite 115/116) Mit Unterstützung aller Bevölkerungsschichten konnten 7000 Juden von Dänemark nach Schweden in Sicherheit gebracht und gerettet werden.

Juli 2019

Seit mindestens 25 Jahren sind auch in unserer sächsischen Landeskirche Zusammenlegungen und Einsparungen im Gange. Wir nennen das Strukturreformen oder -anpassungen. In diesem Jahr haben die Kirchenvorstände über eine ziemlich weitreichende Veränderung entschieden: Einmal haben sich die Kirchgemeinden Borstendorf, Leubsdorf und Schellenberg zur „Ev.-Luth. Kirchgemeinde Borstendorf-Schellenberg-Leubsdorf“ zusammengeschlossen.

Zum anderen sind die nun vereinigten Kirchgemeinden – deren Namen etwas länger sind – Ev.-Luth. Kirchgemeinde Oederan, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Eppendorf-Großwaltersdorf (der Name ist noch nicht bestätigt) und die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Borstendorf-Schellenberg-Leubsdorf ein Schwesternkirchverhältnis eingegangen. Das alles wird ab 1.1.2020 rechtlich wirksam.

Für das Gemeindeleben in jedem Ort bringt das zunächst wenig Veränderung mit sich. Mit den Jahren werden Gottesdienste immer mal für einen größeren Bereich stattfinden.

Hier, in der Gemeinde vor Ort, wird es statt drei nur noch einen Kirchenvorstand geben. Jeder Ort wird aber einen Ortsausschuss als Ansprechpartner und für die Klärung besonderer Aufgaben haben.
Für den größeren Bereich gibt es einen „Verbundausschuss“, als Leitungsgremium für Mitarbeiterfragen und die Aufgaben, die alle gemeinsam betreffen.

Die erste spürbare Veränderung wird für alle die Kirchenvorstandswahl im nächsten Jahr sein. Dann wird für die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Borstendorf-Schellenberg- Leubsdorf nur noch ein Kirchenvorstand gewählt, in dem Vertreter aus jedem Ort mitarbeiten werden. Die Kirchen, Pfarrhäuser und Friedhöfe, die Sprechzeiten in den Büros, auch die Mitarbeiter und Pfarrer bleiben den Kirchgemeinden wie bisher erhalten. Bei einem Pfarrerwechsel soll die Person oder Familie die noch zu erneuernde Wohnung im Pfarrhaus Borstendorf beziehen. Die Pfarramtsverwaltung wird sich nach und nach stärker in Leubsdorf konzentrieren (obwohl das räumlich alles noch nicht vorstellbar ist).

Unser neues Logo zeigt eine noch wichtigere Orientierung: Die Gemeinden und Personen kreisen um Jesus. Er ist und bleibt unser Mittelpunkt. Von IHM kommt das Leben. Wir haben so viele Aufgaben, Gebäude und Traditionen, dass wir damit schon gut ausgelastet sind und uns beschäftigen können. Aber unser aller Berufung liegt in der Beziehung zu Jesus: „Alles vermag ich durch den, der mir Kraft gibt (Jesus).“ (Brief des Paulus an die Gemeinde in Philippi 4,13)

Erholsame Ferienwochen und Urlaubstage für diejenigen, die wegfahren und hier bleiben!

~ Pfarrer Bernd Schieritz

Juni 2019

Gemeindefest am 16.06.2019 in Leubsdorf

In den letzten und in den kommenden Wochen haben die Kirchenvorstände alle Hände voll zu tun. Ein für alle drei Gemeinden bedeutsames Ereignis ist der Zusammenschluss zur vereinigten Ev.-Luth. Kirchgemeinde Borstendorf-Schellenberg-Leubsdorf (wenn dieser Name genehmigt wird).

Die Vereinigung der bisherigen Schwesterkirchgemeinden haben die Kirchgemeinden um Oederan und auch um Eppendorf für sich als die Form der Zusammenarbeit gewählt. Wir meinen damit ein Höchstmaß an bisher gewachsenem Leben bewahren zu können.

Das gemeinsame Glauben und Leben in den Gemeinden wird wie bisher auch, weniger von organisatorischen Gegebenheiten, als vielmehr von persönlichen Beziehungen zu Jesus und untereinander bestimmt sein.

Deshalb haben wir für das Gemeindefest eine biblische Geschichte ausgesucht, die einen Konflikt zeigt und dessen Lösung. Jakob überlistet seinen Zwillingsbruder Esau und muss fliehen. In der Fremde bestätigt es sich immer wieder, dass er der Gesegnete ist. Gott erzieht ihn aber auch. Schließlich kommt es zur schwer umkämpften Versöhnung.

Alle Gemeindekreise sind eingeladen, einen Beitrag zu gestalten.

Wir freuen uns auf die vielfältig gestaltete Zeit zwischen 9.30 Uhr in der Kirche und dem anschließenden Mittagessen im Pfarrhaus. Es kann ein Zusammensein werden, bei dem sehr viele aus der Gemeinde beteiligt sind, wir ein tiefes Verständnis füreinander gewinnen und trotzdem locker und fröhlich sein können.

Allen ein herzliches Willkommen!

~ Pfarrer Bernd Schieritz

Mai 2019

Mai

„Du sollst dir kein Bild(nis) machen.“ (2. Mose 20,4)

Das ist die Sünde früherer und heutiger Zeit. Wir machen aus dem Menschen ein Bild, das wir anbeten oder … das wir schlagen können.

Wir machen aus dem Juden den Sündenbock und vernichten ihn. …

Wir machen aus dem Arbeitgeber den Typ des Herrschers, gegen den jede Opposition recht ist. Wir machen aus den Arbeitnehmern den Typ der dauernd Unzufriedenen, gegenüber denen nur Druck am Platz ist.

Wir machen aus den Vorgesetzten den Typ solcher Aussauger, die man betrügen muss. Wir machen aus den Untergebenen den Typ der Schleimer, die wir übersehen können. So rückt sich sehr bald ein Bild vor des anderen Angesicht, um mit ihm fertig zu werden.

Das wusste Gott, dass sich durch diese Sünde der Mensch am anderen vergreifen wird. Darum das Gebot: Du sollst dir kein Bildnis machen!

Wir sollten heute darüber nachdenken: Habe ich mir ein Bild vom anderen gemacht, das gar nicht das Bild ist, das Gott ihm gab?

Ist die brüllende Person vielleicht ein ganz armer Mensch? Ist die stille Person eine heimliche Patientin? Ist der Machthaber ein von Dämonen Verfolgter? –

Gebet: Herr, lehre mich, die Menschen mit deinen Augen zu sehen. Bewahre mich davor, am allernächsten Menschen schuldig zu werden. Zeige mir, wer unter mir, unter meiner Art leidet. Heute noch will ich es ändern, Herr.

(Aus: Heinrich Giesen, „sehr persönlich“, 1974, S. 17)

Februar 2019

Februar 2019

LEO_2020 – Findungsgruppe arbeitet an neuen Gemeindestrukturen

LEO_2020 – schon mal gehört?

Diese Abkürzung steht für die Kirchgemeinden

  • Leubsdorf (mit Schellenberg und Borstendorf)
  • Eppendorf (mit Kleinhartmannsdorf, Großwaltersdorf und Gahlenz)
  • Oederan (mit Frankenstein und Kirchbach)

Vertreter und Vertreterinnen aller zehn genannten Kirchgemeinden beraten seit Oktober letzten Jahres in einer gemeinsamen Findungsgruppe über die künftige Zusammenarbeit. Nach Beschlüssen der Synoden unserer Landeskirche und unseres Kirchenbezirks sollen die genannten Kirchgemeinden ab 2020 enger zusammenarbeiten.

Dafür werden im Moment drei verschiedene Modelle diskutiert:

So könnte ein neues Schwesterkirchverhältnis gebildet werden. Dazu müssten sich einige bisher eigenständige Kirchgemeinden (zum Beispiel Oederan, Frankenstein und Kirchbach) vereinigen, um dann ein größeres, regionales Schwesterkirchverhältnis (aus maximal sechs eigenständigen Kirchgemeinden) zu bilden. Dieser Weg erhält vergleichsweise viel Selbstständigkeit vor Ort bzw. in eingespielten Zusammenhängen. Ein Schwesterkirchverhältnis kann später noch zu einer intensiveren Verbindung wachsen.

Ein anderer Weg ist die Gründung eines Kirchgemeindebundes, auf den verschiedene rechtliche Aufgaben der bisherigen Kirchgemeinden übergehen (vor allem Anstellungen, Haushalt). Andere Aufgabenbereiche würden weiter vor Ort verbleiben. So würde eine intensivere Verbindung der Kirchgemeinden als im Schwesterkirchverhältnis entstehen.

Die dritte aktuell diskutierte Variante ist ein Kirchspiel. Dann würden die bisherigen Kirchgemeinden zwar dem Namen nach erhalten bleiben. Allerdings würden die meisten rechtlichen Entscheidungskompetenzen auf das neue Kirchspiel und seinen zu wählenden Vorstand übergehen. Bei dieser Variante werden Aufgaben und Zuständigkeiten vergleichsweise stark gebündelt.

Alle drei Varianten erhalten jedoch Gestaltungsraum für das Gemeindeleben vor Ort.

Die Findungsgruppe LEO_2020 prüft derzeit die Vor- und Nachteile der möglichen Varianten. Ziel ist es, den Kirchenvorständen für ihre bis zum Frühsommer nötige Entscheidung einen abgestimmten Vorschlag zu machen. Angesichts der Bedeutung dieser Aufgabe haben sich die Mitglieder der Findungsgruppe LEO_2020 darauf verständigt, möglichst die Beheimatung vor Ort zu bewahren, einen Konsens zu suchen und auf Ausgleich bedacht zu beraten. Sie bemühen sich um Fairness und Offenheit. Deswegen sollen die Vorschläge der Findungsgruppe in den Kirchenvorständen und Kirchgemeinden rechtzeitig erläutert und diskutiert werden.

Wenn Sie jetzt schon Fragen oder Anregungen dazu haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Kirchvorsteher und Kirchvorsteherinnen, den Pfarrer oder an den Leiter der Findungsgruppe, Pfarrer Benjamin Roßner (benjamin.rossner@evlks.de).

Und falls Ihnen ein passender Name für die neue Region einfällt … ja, OLE! geht auch.

~ Pfarrer Benjamin Roßner (Gemeindepfarrer Oederan – Frankenstein – Kirchbach)

Januar 2019

Januar

Die Jahreslosung für 2019 lautet:

Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)


Das klingt wie Verfolgungsjagd beim „Tatort“ oder bei Formel 1.

Wahrscheinlich ist es auch so gemeint. Denn nur der Einsatz aller Kräfte führt zum Erfolg. In der Bibel geht es auch um den Zusammenhang zwischen unserem Reden und Handeln. Unser Reden kommt aus dem Herzen, ob es nun überlegt oder unüberlegt ist. Auch wenn jemand meint: „Das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen!“, dann gab es eben hinter und unter seinem Willen eine stärkere Absicht, die sich endlich einmal Gehör verschaffen wollte. Aus diesem Grund braucht es Frieden, der unser ganzes Herz erreicht hat.

Als König David von seinem Verfolger Saul gejagt wurde, sollte er ausgelöscht werden. Verfolgung gehört schon immer zur Lebenswirklichkeit der Juden. In den ersten Jahrhunderten und letzten Jahrzehnten erlebten und erleben auch Christen gewaltigen Widerstand. In einer solchen Situation nimmt Petrus das Psalmwort auf und ruft den Gemeindegliedern zu, die damals wie heute so entwürdigt wurden und werden: „Suche den Frieden und jage ihm nach.“

Es heißt nicht „Jage deinen Feind!“, sondern „Verfolge den Frieden!“, und zwar solange, bis du ihn eingeholt hast. Und wenn du mit ihm Kontakt hast, kann es fließen, kann sein Frieden auf dich und in dein Inneres übertragen werden. Gerade in der Weihnachtsbotschaft haben wir gehört, dass echter, nachhaltiger, belastbarer Frieden ohne den himmlischen Vater nicht möglich ist. Denn die Engel sagten: „Ehre sei Gott in der Höhe und (dann entsteht) Friede auf Erden.“

Wie wäre das, wenn es klein in unserem persönlichen Leben beginnt?

In diesem Sinn – ein gutes neues Jahr!

~ Bernd Schieritz