Impuls, Montag 05. Oktober

Ihr Lieben, in jeden von uns steckt eine ordentlich Portion Egoismus. Der geht schon bei ganz banalen Sachen los. Wenn ich in die Pilze gehe, werde ich mich hüten, anderen die Stellen zu verraten, an denen ich fündig geworden bin. Ich will doch nicht, dass sie auch diesen Ort kennen und mir beim nächsten Mal die Pilze vor der Nase wegschnappen. Oder wenn ich in eine Veranstaltung gehe, will ich möglichst einen guten Platz haben, um alles, was vorn abgeht, bestens sehen zu können. Ich möchte doch nicht gerade hinter einer Säule oder ganz weit hinten sitzen. So gibt es manche Bereiche in unserem Leben, wo wir zuerst an uns denken.
Wo fängt eigentlich die Nächstenliebe an und wo hört sie auf? Jesus fordert uns immer wieder zur Nächstenliebe auf. Gibt es da nicht Grenzen? Beim Thema Geld hört bei vielen, auch bei Christen, die Freundschaft und die Nächstenliebe auf. Ich möchte über mein Geld selbst bestimmen. Ich habe es mir ja auch hart erarbeitet. Als Jesus den reichen Jüngling aufforderte, seinen Besitz unter die Armen zu verteilen und Ihm nachzufolgen, ging dieser traurig weg, denn er war sehr reich. Wie weit geht die Nachfolge? Meine Frau und ich, wir haben auch in finanziellen Dürrezeiten, regelmäßig unseren Zehnten gegeben. Das schreibe ich nicht um an-, sondern um Gott alle Ehre zu geben. Er hat uns immer mit allem versorgt und wir hatten nie Mangel.
Das Loslassen von irdischen Dingen ist ein Lernprozess. Ich habe in all den Jahren als Christ gelernt, dass jedesmal, wenn ich etwas loslasse, Gott mir etwas Wertvolleres gibt. Dieses Lernen ist bei mir noch lange nicht abgeschlossen. Und es ist wirklich so, anderen zu helfen, ihnen von meinen Überfluss abzugeben, hilft nicht nur meinem Nächsten, sondern erfüllt auch mich mit Freude und Gott segnet es. Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
In letzter Zeit wird mir aber auch immer mehr bewusst, dass ich ein Egoist bin, wenn ich denke, mir ist es egal, ob mein Nachbar verloren geht oder nicht, die Hauptsache ich bin gerettet. Die Bibel fordert uns ja auf – gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium…. Ich bitte Gott, dass Er mich mutiger macht und Er mir ein Herz für die Verlorenen schenkt. Ich möchte wirklich ein Lebensretter werden und mich nicht meines Glaubens an Jesus schämen. Ist es sonst nicht unterlassene Hilfeleistung? Vor Jahren habe ich einen Jungen vor dem Ertrinken gerettet. Ich habe keinen Moment gezögert und mich schon gar nicht dafür geschämt.

~ Jürgen Meyer