April 2020

Stallhasen mag ich. Man kann sie streicheln und wenn sie das Nest verlassen, sind sie besonders niedlich. Außerhalb der Küche haben sie wenig Einfluss auf unser Leben. Osterhasen und Weihnachtsmänner sind allein von wirtschaftlicher Bedeutung. Sie stammen aus heidnischer Tradition. Worum geht es dann zu Ostern?

Mit dem Osterfest feiern wir die Auferstehung Jesu. Der ans Kreuz geschlagene und begrabene Jesus lebt für immer. – Naja. Wer glaubt denn so was? Das ist doch unendlich weit von alltäglicher Erfahrung entfernt, dass wir dafür von niemand Verständnis erwarten dürfen!

Ich bin so dankbar, dass die Bibel zeigt, wie Männer in vorderster Reihe mit der Tatsache der Auferstehung völlig überfordert waren. Da finde ich mich als moderner und denkender Mensch verstanden.

Aber das ist noch nicht alles.

Denn es muss ja etwas geschehen sein, was die Freunde Jesu aus der Schockstarre befreit hat. Das waren die persönlichen Begegnungen zwischen Jesus und verschiedenen Menschen, von denen berichtet wird. Wenn die Bibel die Hilflosigkeit der gestandenen Männer so realistisch und glaubwürdig darstellt, dann kann ich in gleicher Weise auch die Verwandlung der Menschen als glaubwürdige Tatsache annehmen.

Für mich persönlich hat diese Verwandlungskraft des christlichen Glaubens große Bedeutung. Besonders an den Stellen des Lebens, wo das Erbmaterial nicht besonders zu sein scheint oder medizinische oder psychotherapeutische und andere Bemühungen allein nicht greifen. Angesichts immer stärker werdender Arbeitsbelastungen, größerer gesundheitlicher Herausforderungen und heftiger werdenden Glaubens- und Werte-Kämpfen reicht uns der Auferstandene seine Hand.

Im Originalton klingt es so:

„Jesus sagte zu ihnen: `Was seid ihr doch schwer von Begriff! Warum rafft ihr euch nicht endlich auf zu glauben, was die Propheten gesagt haben?
Musste der versprochene Retter nicht dies alles erleiden und auf diesem Weg zu seiner Herrschaft gelangen?`“ (Lukas 24,25-26)

~ Pfarrer Bernd Schieritz