September 2019

Kinder im Vorschulalter malen noch gern aus eigenem Antrieb.
Sie sind so frei, anschließend das Gemälde jemandem zu überreichen: “Das habe ich für dich gemalt.“ Es ist mitunter mehr ein Liebesbeweis, zumindest ein Annäherungsversuch, als ein Beweis des Könnens. Aber wir freuen uns darüber und finden anerkennende Worte.

Manchmal möchten Kinder unbedingt etwas erzählen. Weil sie die Aufmerksamkeit brauchen, nerven sie Mama oder Papa, bis sie Gehör finden. Fahrrad, Aussehen, Moped – auch Teenager und Jugendliche präsentieren sich. Und auch Erwachsene freuen sich zum Geburtstag und auch sonst, wenn sie anerkennende Worte und Bestätigung bekommen. Jedoch äußern sie ihre Erwartung meist etwas verschlüsselt.

Wie auch immer, wenn wir es hinkriegen, andere angemessen wert zu schätzen, können wir sie fördern und uns selbst dabei auch etwas Gutes tun. Der jetzt folgende Gedanke mag ein bisschen komisch klingen und auch den Glauben an einen Schöpfer voraussetzen: Könnte es sein, dass Gott uns Tag für Tag seine Welt zeigt und dabei fragt: „Na, was sagst du dazu? Wie findest du das?“ Vermutlich bin ich dann gerade bei der Arbeit und eilig unterwegs und habe keine Zeit, nach den Wolken zu sehen oder Dankbarkeit über ein paar Regentropfen zu empfinden. Oder mir bewusst zu machen, dass meine Atmung unbewusst funktioniert und auch an diesem Morgen, Gott sei Dank, alle auf Arbeit erschienen sind. Ist es wirklich selbstverständlich, dass eine nette Verkäuferin am Bäckerstand ein so breites Sortiment anbietet?

Gott ist nicht sauer auf uns, wenn wir undankbar und bitter vor uns hin leben.
Aber es scheint so zu sein, dass wir versauern, hart und fordernd werden, wenn vieles selbstverständlich wird. Ein Vorschlag: Nehmen wir die großen Themen Gesundheit, Familie, Arbeit, Gesellschaft, Glaube – vielleicht kostet es eine halbe Minute, sieben mal konkret “Danke für ……..“ zu sagen. Das wäre ein Signal an den Schöpfer, dass seine Geschenke auch bei uns angekommen sind.

Wenn sich genügend Leute finden, könnte es auch sein, dass es wieder mehr regnet. Falls nicht, wird es uns auf jeden Fall einen Hauch besser gehen.
„Der Prüfstein allen Glückes ist die Dankbarkeit.“ (G. K. Chesterton)